Das Multiversum, Heimat unzähliger Welten, bestehend aus einer Vielzahl von in sich gekrümmten Dimensionen. Kugelförmige Himmelskörper in den verschiedensten Farbtönen drehen sich gemächlich um riesige intergalaktische Brennöfen, ein millionenfach sich wiederholendes Bild bestehend aus sphäroiden Fels- und Gaskörpern – wer angesichts einer solch zermürbenden Eintönigkeit noch ernsthaft an einen Schöpfer glauben kann Verdient großen Respekt (und sollte, wie alles die Realität derart verneinende, mit größter Vorsicht betrachtet werden. Denn wer wirklich glaubt ist zu vielem fähig – vielleicht versetzt der Glaube zwar keine Berge, aber mit Sicherheit ist er imstande große Gebäude einstürzen zu lassen). Aber da es im Multiversum aufgrund seiner unendlichen Natur alles gibt, was man sich auch nur vorstellen kann, existiert auch die kleine, etwas aus dem Rahmen fallende Welt, auf der unsere kleine Geschichte sich abspielt.
Es ist die Scheibenwelt, Spiegel der Welten, getragen von vier Elefanten, welche wiederum am Rücken Groß-A-Tuins stehen, der (oder besser einer) Himmelsschildkröte, die langsam aber zielstrebig durchs All schwimmt.
Unsere Geschichte beginnt, wie so viele Geschichten, mit dem Läuten einer Türklingel. Nun, in diesem speziellen Fall handelte es sich eher um eine kleine Melodie – es klang, als würde eine Geige über die zahnige Seite einer Säge gezogen werden. Es war eine kalte und verregnete Nacht in Ankh-Morpork, der größten Stadt der Scheibenwelt. Ankh-Morpork, viel wurde in der Literatur der Scheibenwelt über diese Stadt gesagt, doch keine Beschreibung war so treffend wie die, die der Stinkende Alte Ron, seines Zeichens Mitglied der Bettlergilde der Stadt, angesichts eines sehr erfolglosen Tages gab: „SchaschlickeintopfFüßeScheißHundElendes verdrecktes Dreckloch, niederbrennen sollst du, wie viel besser würde es der Welt gehen ohne dichMortillondrienschnizelstrunksbirnen“
Ankh-Morpork war eine Stadt des Überflusses. Vor allen Dingen bestand ein Überfluss an Schmutz, Ratten, Regen, Schmutz, Verbrechen, Tauben und, am allerschlimmsten, Menschen. Nicht zu vergessen Schmutz. Ja, an Schmutz herrschte ganz bestimmt kein Mangel.
Das Klingeln an der Tür verblieb nicht ungehört, bereits Sekunden später schwang die große, aus schwerem, alten Holz bestehende Tür nach innen auf und gab den Blick frei auf...nichts, so hatte es den Anschein. Doch wenn man sich konzentrierte und sich an die Dunkelheit gewöhnte, die im Inneren des Hauses herrschte, so mochte man vielleicht eine ganz in Schwarz gekleidete Gestalt erkennen, die aus dem Dunkeln nach draußen blickte. Es war dies der Oberaufseher der Gilde der Assassinen und Meuchelmörder, der in dieser Nacht auch die Funktion des Portiers zu erfüllen hatte. Sein Name war Daedulas Klemmstrick – ein Name, der jedem, der sich für die Geschichte der Assanssinen der Scheibenwelt interessierte, ein Begriff war. Er war es, der den dritten Omar von Quirm inhumierte, er war es auch, der seinerzeit im großen Streit der Adeligen (der gegen Ende hin allerdings immer kleiner wurde), am häufigsten zuschlagen durfte. Kein anderer Assassine hatte so viele Adelige auf dem Gewissen wie er. Doch dies war lange her, nun war er alt, hatte die Gicht in den Armen und sein linkes Bein blieb nach einem Unfall steif. Doch da die Verpflichtung, die man als Mitglied der Gilde trägt über die des einfachen Inhumierens hinausgehen, war er nun dazu verdammt, niedere Dienste zu leisten. „Keinen Respekt, diese verdammten jungen Hüpfer mit ihren modernen Armbrüsten und dem verdammten Sprengstoff und dem ganzen Schnickschnack. Zu meiner Zeit! Damals! Damals kannten wir so was ja nicht einmal! Bei uns war unsere Zunft nach eine Kunst! Wir konnten uns damals noch nicht darauf verlassen, dass unsere Technik alles für uns erledigt!“, pflegte er oft zu sagen, häufig beim Essen im großen Saal der Gilde. Bei ihm klang es so, als hätte er seine Klienten noch mit Faustkeilen ins Jenseits befördert.
Was Klemmstrick sah gefiel ihm nicht (aber alten Leuten gefällt im Prinzip kaum etwas – höchstens Bingo. Und An-Der-Kassa-Mit-Kleingeld-Bezahlen-Und-Eine-Halbe-Stunde-Dafür-Brauchen vielleicht auch noch), doch es war schon zu einem gewohnten Anblick geworden. Auf der Schwelle lag ein Korb.
Auf der Scheibenwelt kannte man das Wort „Verhütung“ nicht, weshalb es durchaus üblich war, Kinder, die man sich nicht leisten konnte, auszusetzen. Es mag barbarisch anmuten, doch besser als sie zu töten war es allemal, zumal es den Kindern in den Gilden nicht schlecht erging. Sie bekamen eine Ausbildung und eine warme Mahlzeit täglich – mehr als sich die durchschnittliche Familie in Ankh-Morpork leisten konnte. Einzig die Gilde der Assassinen weigerte sich, Kinder aufzunehmen – sie galt als elitär und wurde zu einem großen Teil von den Kindern von Adeligen aus Ankh-Morpork oder dem Ausland besucht. Arme Kinder waren also unerwünscht – was die Gilde der Meuchelmörder mit unerwünschten Gästen zu tun pflegt soll hier nicht näher ausgeführt werden.
Doch das Schicksal wollte es, dass in dieser Nacht der Portier einem schlimmen Fieber anheim gefallen war und so Klemmstrick seine Aufgaben zu übernehmen hatte. Doch Klemmstrick tat, was kaum jemand in der Gilde getan hätte – er nahm den Korb mit in das Haus. Dort strich er die Decke beiseite und sah das Gesicht eines Kindes, wohl kaum mehr als ein paar Tage alt, halb verhungert, aber schlafend wie ein Engel.
Wie sehr hatte er sich immer Kinder gewünscht. Doch aufgrund seiner zahlreichen und langen Auslandsaufenthalte gelang es ihm nie, eine Frau lange genug an sich zu binden. Er beschloss, nun einen kleinen Teil seines Lebens nachzuholen. Er starb 7 Tage später an einem Herzinfarkt.
Kunstloses Brot - 12. Jan, 02:23
"Du, Gusi, ich sag dir was. Das mit der Regierung, das dauert ma jetzt scho echt zu lang. I glaub wir sollten des endlich moi hinter uns bringen." -
"Jooo host eh Recht Woiferl, oba wie solln wir des denn jetzt mochn? I maan, Kanzler werd I, des is kloa." -
"Jo jo jo jo jo sicher, passt scho, ihr hobts jo a die Wahl gewonnen - oba schau, wie mochn ma des mit die Ministerien? Und de Studiengebühren, wos is mit de?" -
"Miiiieniieeee-wooos? Um sowos muas i mi a kümmern? Na, oiso des interessiert mi jo goaned." -
"Jo, mei Freind, wia wär des donn wennst mi des regeln lossast ha? I moch des gern und i werds a gooonz fair aufteilen, des schwör i da." -
"Najo, okay, moch du des. Oba ned dass du uns donn nur die unwichtigsten Ministerierienenen übrig losst ge? I hob ja schließlich gewonnen!" -
"Naaaa, ka Sorge. Aber sog amoi, wos willst denn für welche? Sicher kane so langweiligen angstaubten Posten wiaden Innenminister oder den Finanzminister oder?" -
"Bäääh, na, des brauch i ois ned! Oba wast wos i denk das goooonz wichtig is das i des kriag? Des Sozial- und des Verteidigungsministeritorium!" -
"....Ausgezeichnet".
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So oder ähnlich muss das Ganze abgelaufen sein. Vielleicht wollte da Häupl am Anfang auch noch mitreden aber dann is er auf den Rücken gefallen und wie eine umgedrehte Schildkröte schreiend am Boden herumgezappelt und konnte so den lieben Gusi nicht mehr unterstützen.
Verdammt nochmal, ich bin echt froh dass ich diese schreckliche PArtei nicht gewählt habe, ich wurde mich jetzt in Grund und Boden schämen. Mir tun nur die ganzen Sj-ler und Vsstö-ler leid die sich den Arsch aufgerissen haben im Wahlkampf. Aber gut, kann nur sagen - die Sozialdemokratie ist und war mir ein Graus, und sowas verändert meine Meinung nicht unbedingt zum Positiven.
Ich meine, dass die SPÖ beschissen schlechte Verhandler sind ist ja bekannt. Aber jedes wichtige Ministerium an die ÖVP geben und dann auch noch mit Aussagen kommen wie "Wir haben diese Ministerien gewählt, da wir denken, dass diese in Zukunft wichtiger sein werden als die, die vielleicht vor zwanzig Jahren wichtig waren." - Hallo? Realitätsbezug? Ja, ich meine, schon klar, das Außenministerium ist heute natürlich nicht mehr so wichtig wie früher, vor allem Angesichts der Globalisierung und der Eu - oder auch das Finanzministerium, biiiitte. Wer braucht das? Verteidigungsministerium! Damit kann man was anfangen! Vielleicht, keine Ahnung, Bayern bombardieren. Oder Bush in Somalia unterstützen! Oder wie wärs damit: Noch mehr Abfängjäger bestellen!!!
Die Studiengebühren bleiben. Gut, war zu erwarten. Aber diese "Maßnahmen", die da getroffen wurden, um die Zahlung dieser zu ermöglichen sind der planke Hohn. Studiengebühren abarbeiten? Verdammt, eines der Argumente gegen die Studiengebühren war ja, dass man, wenn man nebenbei arbeiten muss, um sich die Studiengebühren leisten zu können, natürgemäß die Leistungen abfallen. Und jetzt Zwangsarbeit für den Staat leisten zu dürfen soll eine Lösung für dieses Problem sein? Wieso dann nicht gleich einen Job suchen? Vielleicht einen, bei dem man nicht für einen Hungerlohn arbeiten muss? 6€ die Stunde ist ja ein Witz.
Aber hey, nicht aufregen. Ist ja nur Politik. Aber demonstriert wird morgen trotzdem.
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Der Fuchs, der Hase der Maulwurf und der der Haubentaucher trafen sich am Rande des Sees und beschlossen, einen sportlichen Wettkampf zu veranstalten. Der Fuchs malte sich gute Chancen aus, war er doch der Klügste von ihnen. Doch die ersten beiden Wettbewerbe liefen für ihn in höchstem Maße enttäuschend ab. Zuerst verlor er das Wettgraben gegen den Maulwurf. Gut, dachte er sich, nicht schlimm, war nicht anders zu erwarten. Doch auch der Zweite Bewerb, das Wettrennen, verlor er. Bis kurz vor dem Ziel war er mit dem Hasen fast gleichauf, der Haubentaucher sowie der Maulwurf weit abgeschlagen. Doch plötzlich ging ihm die Puste aus, er spürte, wie seine Beine schwächer wurden und musste den Hasen davonziehen lassen. Oh nein, dachte er sich, in diesem Bewerb hätte ich mit dem Sieg doch so fix gerechnet! Enttäuscht ging er an diesem Abend zu Bette mit der festen Überzeugung, den nächsten Bewerb zu gewinnen.
Der nächste und letzte Bewerb war da Tauchen: Wer am längsten unter Wasser bleiben könnte, der würde hier den Sieg nachhause tragen.Der Fuchs wusste natürlich, dass er gegen den Haubentaucher kaum eine Chance hatte. Und die Wettkampfregeln verboten es ihm, dem Vogel etwas anzutun. Doch der Fuchs, schlau wie er war, hatte eine Idee: Zum Frühstück nahm er Dutzende und Aberdutzende Eisenkugeln in den Mund, spülte sie mit einem großen Schluck Kaffe hinunter und trottete siegesgewiss zum See. Dort sah er den überheblichen Haubentaucher, der es sich nicht nehmen ließ, seine Mitbewerber zu verhöhnen. "Niemals könnt ihr mich in diesem Bewerb besiegen! Wollt ihr nicht lieber gleich aufgeben?" Und tatsächlich, Hase und Maulwurf gaben auf. Sie hatten wohl Angst sich zu blamieren und wussten, dass ihre Siegeschancen mehr als gering waren. Doch der Fuchs ließ sich nicht einschüchtern! Er knurrte den Haubentaucher herausfordernd an, wankte zum Ufer und ließ sich auf das vereinbarte Signal hineinfallen. Auch der Haubentaucher tat, was er am besten konnte. Und so blieb es nun für lange Zeit ruhig. "Erstaunlich wie lange der Fuchs durchhält!" rief der Hase anerkennend. Immer mehr Luftblasen sahen die Tiere aufsteigen, die Minuten vergingen und schließlich, nach einer halben Ewigkeit, tauchte der Haubentaucher halb erstickt und prustend auf. Alle anderen Tiere jubelten, verhöhnten den überheblichen Vogel und feierten ihren Helden, den Fuchs. "Wann er wohl wieder auftaucht?" fragten sie sich.
Kunstloses Brot - 10. Jan, 23:03
Sam schlug die Augen auf. Einen kurzen Moment hatte er noch in seligem Halbschlaf verbracht, jetzt war er wach, und mit dem Schlaf entschwand auch alles Gute wieder aus seinem Leben. Er erinnerte sich wieder, erinnerte sich daran, wer er war, wo er war, was er getan hatte. Dies waren die Momente, in denen er hoffte, einfach wieder einzuschlafen und nie mehr zu erwachen. Doch nein, ein solch einfaches Schicksal schien ihm nicht beschienen zu sein.
"Aufstehen ihr kleinen Bastarde" hörte er ihn schreien. Er sprang sofort auf, richtete sein Bett ordentlich, stürmte zum Spiegel und kämmte sich. Dies war hier sein allmorgendliches Ritual - Eines der Dinge, die er auf die harte Tour hatte lernen müssen. Aber irgendetwas in ihm strebte danach, es nicht zu tun. Etwas in ihm war der Überzeugung, er hätte jede Bestrafung verdient und noch viel mehr.
Er stand nun stramm vor der schweren Stahltür, wartete darauf, den kleinen Schlitz in ihr sich öffnen zu sehen. Gleich war es soweit, er war schon bei der Nachbarzelle. Jetzt. Für einen kurzen Augenblick sah Sam seine kalten stahlblauen Augen ihn anblitzen. Oh wie er diese Augen zu hassen gelernt hatte. Eine der wenigen Dinge, die ihn von seinem Leben und seinen Schuldgefühlen ablenkten waren seine Tagträume, die sich meistens darum drehten, diese schrecklichen, schrecklichen Augen, die ihn nun anblickten, herauszureißen.
Diese Augen..sie schienen bis in die tiefsten Abgründe seiner Seele zu blicken, schienen sich nicht damit aufzuhalten, in seinen Augen zu lesen, nein, es war als läsen etwas, das auf der Innenseite seines Hinterkopfes geschrieben war. Er fühlte sich völlig nackt, wenn ihn diese Augen ansahen, fühlte sich ihnen ganz und gar ausgeliefert. Endlich, nach einigen wenigen Augenblicken, die sich in Sams Empfinden zu halben Ewigkeiten ausdehnten, verschwanden die Augen wieder, die Klappe wurde geschlossen.
Er hieß Baker, soviel wusste Sam. Er kannte nur seine Augen, seine schrecklichen Augen, mehr hatte er nie von ihm zu sehen bekommen. Baker..nie konnte er diesen Namen vergessen.
"Lass gut sein Baker, ich glaube der Kleine hat genug.". Baker..nichtmal in seinen Träumen war er vor ihm sicher. Fast jede Nacht wachte er auf, mit rasendem Herzen und Tränen in den Augen und konnte oft stundenlang nicht mehr schlafen.
Die untere Klappe öffnete sich, sein Frühstück wurde hereingeschoben. Oh ja, dachte Sam, Frühstück, wertvollste Mahlzeit des Tages und blickte auf den undefinierbaren Proteinbrei hinab, den er, wie jeden Morgen, vorgesetzt bekam. Er schaffte es schon recht gut, die visuellen Eindrücke abzuschalten. Er war immer jemand gewesen, der beim Essen viel wert auf das Aussehen legte, was es ihm in den ersten Tagen unmöglich machte, diese schlammige Masse hinunterzuwürgen. Doch blieb immer noch der Geschmack, der in ihm noch immer einen starken Kotzreiz hervorrief. Eigentlich schmeckte der Brei nach nicht viel, hätte man Sam allerdings nach dem Geschmack gefragt, er hätte Hunderte Nuancen des Ekelhaften beschreiben können.
Seit etwas über einem Jahr saß er nun schon hier ein, in Einzelhaft, völlig einsam und von allen verlassen, nie kam jemand um ihn zu besuchen. Sechs weitere hatte er noch vor sich. Sechs verdammte Jahre! Sam hatte sich am Anfang noch gesagt, dass er sich sicher daran gewöhnen und dass die Zeit dann schneller vergehen würde - doch nein, sie schien nur immer langsamer vorüberzugehen, jeder Tag, den er in seiner Zelle verbrachte, zog sich hin, wollte nicht und nicht vergehen.
Nur einmal täglich durfte er seine Zelle verlassen, zum Mittagessen und zu anschließenden "Verdauungsspaziergang". Wie jeden Tag freute er sich zwar auf die kurze Zeit, in denen er etwas anderes tun konnte als ständig die gleichen vier Wände anzustarren und seinen dunklen Gedanken nachzuhängen. Aber er wusste wohl, dass er, wie jeden Tag, danach wieder froh sein würde, zurück zu sein, zurück in seiner Zelle. Dies lag einerseits daran, dass er von seinen Mithäftlingen, die er nur in diesen anderthalb Stunden zu Gesicht bekam, argwöhnisch beäugt wurde - er war sowas wie eine Berühmtheit hier, Sam McCombs, der Junge der sieben Jahre in Einzelhaft zu verbringen hat. Andererseits lag es an der..speziellen Auffassung, die die Wärter von dem Wort "Verdauungsspaziergang" hatten.
PochPochPoch - Sam wurde aus seinen Gedanken gerissen. So spät schon? Er sprang auf, stellte sich zur Tür, antwortete mit einem Klopfen an die Klappe. Die Klappe öffnete sich. Sam steckte seine Hände hindurch, und spürte, wie sich der kalte Stahl um seine Handgelenke schloss. Er trat zurück, die Tür öffnete sich und mit vorgehaltener Elektroschock-Pistole wurde er aus der Zelle und bis in den Essenssaal geführt. Dort wurde er, wie jeden Tag, an einen eigenen Tisch geführt und mit den Beinen an die Bank gekettet. Er beobachtete die anderen Häftlinge, sah Jungen jeder Altersgruppe. Manche waren ungefähr in seinem Alter, schätzte er, aber andere sahen aus, als wären sie im Jugendgefängnis etwas fehl am Platze. Er beobachtete sie, wie sie sich am Buffet anstellten, scherzten und lachten.
Kurz darauf wurde ihm sein Essen vorgesetzt. Derselbe Proteinbrei wie am Morgen, allerdings gabs dazu diesmal eine Suppe. Die Suppe war versalzen und schmeckte nach nicht viel mehr als gesalzenes öliges Wasser, aber für Sam war es trotzdem das Beste, was er seit langem gegessen hatte. Er löffelte sie schnell und gierig, schlang sogar den Brei - so gut es eben ging - runter. Er wusste, dass er die Kraft brauchen würde, denn es konnte nicht mehr lange dauern, bis sie zu "Verdauungsspaziergang" gerufen wurden..
Kunstloses Brot - 21. Dez, 13:47
Weihnachtszeit, Weihnachtszeit...schönste Zeit des Jahres, alljährlich kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, wieder in die Kindheit zurückversetzt zu sein, so wunderbar kindlich ist die Vorfreude und die Spannung, die einen in dieser magischen Zeit packt und nicht mehr loslässt. Alle Menschen sind friedlich und glücklich und freuen sich ihres Lebens, spenden brav für ihre Kirche und humanitäre Einrichtungen, helfen den Bedürftigen, besinnen sich der wirklich wichtigen Dinge im Leben...
Wunderbar. Ich kann sogar positiv über die Weihnachtszeit schreiben - na wenn das mal nicht beweist, dass es mit meiner Phantasie nicht zum Schlechtesten stehen kann.
Weihnachtszeit, Weihnachtszeit...alle Straßen überfüllt, alle Menschen in Kaufrausch und Torschlusspanik, eine latente Aggressivität liegt in der Luft, gemeinsam mit dem Geruch von tausenden erlegten Tannen, Glühwein und dem jahrealten Fett, in dem allerlei Teigwaren herausgebacken werden. Alle Bäume furchtbar verschandelt mit übermannsgroßen, neonfarbenen Behängen, jeder Platz in der Stadt versperrt mit Unmengen von Holzhütten, an denen dem Alkoholismus hemmungslos gefröhnt werden kann. Und erst das Kaufen der Geschenke! Eine reine Qual, sich in dieser Zeit in eines der überfüllten Einkaufszentren wagen zu müssen. Oh, aufpassen, Fundraiser auf zwei Uhr. Verdammt, er hat mich bemerkt. Einfach weitergehen...Ha! Und schon bin ich vorbei an dir! Was, du gehst mir jetzt nicht wirklich auch noch nach oder? Nein nein nein nein nein...verdammt! - "Hallo, hast du vielleicht ein paar Minuten Zeit?" - "Verdammt, hat man dir denn im Amnesty-Bootcamp überhaupt nichts beigebracht? Immer von vorne kommen, niemals von hinten. Das hat überhaupt keinen Sinn, siehst du, ich kann jetzt einfach in meinem Tempo weitergehen und du hast keine Chance mich aufzuhalten. Das können wir jetzt so weitermachen, du bequatscht mich, ich höre dir nicht zu und bleibe nicht stehen und so weiter, und dann sehen wir mal wer als erster stehenbleibt." - "Aber hast du denn kein Herz für Kinder, gerade in der Weihnachtsz.." hörte ich ihn noch sagen, aber da war ich schon mit einem Bein im Gebäude. Das Kaufen der Geschenke ging dann erstaunlich schnell, einfach die goldene Regel: "Dinge kaufen, die man selsbt gerne hätte" befolgen, dann geht das ganz wie von selbst...
Kunstloses Brot - 18. Dez, 18:59
Was war nur passiert. Ganz allein lag Alex auf dem Bett im Internierungslager. Obwohl, ganz allein war nicht ganz richtig, beobachteten ihn doch einige versteckte Kameras. Aber wenn man danach ginge, so war man in diesen Zeiten wohl nie allein. Es war der November des Jahres 2026. Der Krieg, der Große Krieg, er war vorbei. Er hatte vor zwei Jahren ein Ende gefunden, ein Ende, von dem niemand mehr zu träumen gewagt hatte. Der Große Krieg, der im Jahr 2008 begann und in den nach und nach alle Nationen der Erde miteinbezogen wurden, endete vor nunmehr eineinhalb Jahren, dem 17. März 2025. Er endete mit der Machtergreifung der ORGANISATION, eine Gemeinschaft, die schon viele Jahre zuvor gebildet hatte. Ihr Ziel war es, den Krieg zu stoppen, koste es was es wolle. In ihren Grundzügen zu Beginn pazifistisch, wurde ihr rasch klar, dass mit friedlichen Protesten in diesen Zeiten nichts zu erreichen war. Die Organisation wuchs, wurde zu einer internationalen Bewegung. Mit dem Wachstum kamen neue Ideen auf. Eine Idee war, Mitglieder der Organisation in das Militär einzuschleusen, dort subtil die Saat des Kriegsüberdrusses zu säen und wenn möglich zu hochrangigen Militärs aufzusteigen. Wenn das Militär erst in der Hand der Organisation wäre, so dachte sie, wäre es ein leichtes, "der Schlange den Kopf abzuschlagen" wie sie es nannte, die Regierungen sämtlicher Staaten zu stürzen und damit den Krieg zu beenden. Dass eine solche Operation nciht von heute auf morgen verwirklicht werden kann versteht sich von selbst, viele Jahre dauerte es, bis in allen großen Armeen der Erde einige der besten, also rhetorisch begabtesten Männer der Organisation vertreten waren und sich langsam nach oben arbeiteten, immer der Gefahr ausgesetzt, dass ihre Tarnung auffliegt, dass jemand sie verrät, dass ihre Boschaft von den falschen Ohren vernommen wird. Doch wenige Opfer forderte "Der Stille Kampf", wie ihn die Organisation heute nennt. Im Jahre 2025 also, 15 Jahre nach der Gründung der Organisation, war es dann endlich soweit. Große Teile des Militärs der US-Armee, der Armee des "Europäischen Staatenbundes" und der Einsatzkräfte der "Armee Allahs" waren unter der Kontrolle der Organisation. Der Kopf wurde mit einem klaren Schnitt abgetrennt, nur wenig Gegenwehr war zu überwinden. Der große Triumph, das Ziel aller Wünsche und Träume war erreicht, der Krieg war vorbei. Alle Träume einer utopischen Gesellschaft, eines Paradieses auf Erden einer Welt ohne Gewalt, ohne Vorurteile, ohne Grenzen, ohne Verbrechen: All dies war jetzt zu verwirklichen möglich.
"Was war nur passiert, wie konnte alles so schrecklich, schrecklich schiefgehen?" dachte sich Alex, auf seinem dünnen Bett in dem kalten, grauen und dunklen Raum liegend. Alex war Mitglied der ORganisation, er trat ihr bereits 2012 bei, als sie noch klein und ohne wirklichen Plan war. Er war einer derjenigen, die den Plan des "Stillen Kampfes" mitentwickelt hatte. Er war einer der glühendsten Verfechter der Theorie, dass man ohne die Anwendung von Gewalt den Krieg nicht beenden könne. Er war ein Kämpfer für die Sache der Organisation, eines der wichtigsten Mitglieder, hochangesehen. Er war acu heiner derjenigen, die nach dem Krieg der Auffassunfg waren, dass die Organisation die Kontrolle über die Staaten behalten sollte, wenn auch nur bis sich alles beruhigt und demokratische Wahlen möglich wären. "Demokratische Wahlen..tja, dazu wird es wohl so schnell nicht kommen" dachte er, wehmütig in das matte, kalte Licht blickend, das die Lampe über ihm aussandte. Er wusste nun: Die Organisation, war ein Projekt des Krieges, war ein Teil des Krieges und war niemals, zu keinem Augenblick, ein Projekt des Friedens. Ihr Ziel mag der Frieden gewesen sein, doch ihre gesamte Planung endete mit dem Moment, an dem der Krieg endete. Sie hätte sich auflösen, hätte sich mit diesem großen Triumph verabschieden sollen. Doch nein, wer einmal von der Macht gekostet hat, der wollte imemr mehr davon..und so kam es, dass die Organisation die Macht über alle Staaten behielt. Sie wollte ihre Vision, die Vision einer perfekten Welt, verwirklicht sehen. Große Diskussionen brachen aus unter den Anführern der Organisation. Viele waren der Ansicht, eine perfekte Gesellschaft ohne Verbrechen wäre nicht möglich, doch die einflussreichsten, die wichtigsten unter ihnen wollten dies nicht hören. Bald wurden in allen großen Städten an jeder Straßenecke Kameras montiert, wenige Monate später waren sie auch schon in die Häuser und Wohnungen aller Menschen eingedrungen, zeichneten die Bewegungen sämtlicher Personen auf. Dies führte zu heftigen Protesten, den sogenannten "Ketzer-Aufständen" die brutal niedergeschlagen wurden. Kaum einer der "Ketzer" überlebte - gut zehn Prozent der, zu diesem Zeitpunkt durch den Krieg bereits stark dezimierten Bevölkerung wurde hier gnadenlos vernichtet, die wenigen Überlebenden in Arbeitslager gebracht. Das war der Zeitpunkt, an dem sich Alex von der Organisation abwandte. Er versuchte, sein Leben zu leben, versuchte, den Frieden nach all den Jahren des Krieges zu genießen. Doch fiel es ihm schwer die "Unsichtbaren Augen der Organisation", die mikroskopisch kleinen Kameras, die sich in jedem Zimmer befanden, zu ignorieren, zu vergessen. Ständig fühlte er sich verfolgt, fand keine Ruhe, konnte kaum schlafen. Nach einigen Monaten floh er. Er wusste noch aus seinen Zeiten in der Organisation, dass es einige wenige Orte gab, die nicht beobachtet wurden. Eine davon war zu diesem Zeitpunkt die Kanalisation, welche heute allerdings mindestens ebenso streng bewacht wird wie die Wohn- und Badezimmer der Welt. Doch Alex stieg hinab in der Hoffnung, dort vielleicht Frieden zu finden, ein wenig Ruhe, ein wenig Einsamkeit. Doch was er fand, freute ihn noch vielmehr als das, was er zu finden gehofft hatte: Es war eine Gemeinschaft, eine Stadt unter der Stadt, klein zwar und von überwältigendem Gestank geplagt, aber frei von den Augen! Hierhin hatten sich, von der Organisation völlig unbemerkt, Hunderte Menschen eingefunden, die die ständige Überwachung leid waren, die sie ebensowenig aushielten wie Alex.
Eventuell gibts davon eine Fortsetzung, hätte einige Ideen, weiß sie aber nicht in Worte zu fassen..na mal sehn.
Ja ich weiß, nicht besonders gut geschrieben. Hab das Ganze jetzt in ein paar Minuten abgetippt und nicht viel darüber nachgedacht ob das jetzt SInn ergibt oder nicht. Ist eher als Rohentwurf, als eine Art mentale SKizze zu sehen.
Ausserdem bin ich es nicht gewohnt, nicht in der ersten Person zu schreiben - wollte mal sehn ob ich das überhaupt noch kann :/
Kunstloses Brot - 14. Dez, 14:02