Was sind das für Leute, die bei Teletext-TED-Umfragen anrufen? Wie leer muss das Leben von diesen Menschen sein, dass die wirklich nichts besseres mit ihrer Zeit und ihrem Geld anzufangen wissen als Fragen wie "Ist Paris Hilton blöd?" oder "Haben sie Angst für Erderwärmung?" per Telefon zu beantworten. Bemitleidenswert. Obwohl ich sagen muss, dass mein Leben im Moment auch nicht gerade besonders spannungsgeladen verläuft. Nachdem ich am Diestnag meine letzte Prüfung für das Semester hatte, bin ich danach irgendwie in ein tiefes Loch der Faulheit gefallen - die letzten beiden Tage bin ich nur aus meinem Zimmer gekommen um was zum essen zu kaufen. Aber man könnte natürlich auch innerhalb der eigenen vier Wände produktiv sein und, nur so als Beispiel, eindlich einmal wieder an wichtigen Arbeitenb für die Uni schreiben - aber nein, nicht einmal dazu konnte ich mich bequemen.
Schöner Abend heute übrigens - nicht zu kalt, nicht zu warm, der Vollmond leuchtet wie ein riesiger Käse vom Himmel - wenn ich raten müsste, würde ich auf Ziegenkäse tippen - sogar der Smog ist heute auf nur ganz wenig widerliche Art und Weise schön. Und natürlich die Lichter der Großstadt wie sie auf dem Fluss sich spiegeln...aber wir wollen ja nicht auf ausgetretenen Pfaden wandeln. Darum auf, auf in den Himmel lasst uns fliegen, denn auf Erden gibt es keine neuen Wege mehr...es sei denn vielleicht unter dem EInfluss stark halluzinogener Mittelchen, das lässt sich natürlich nicht ausschließen. Ich befürchte nur, dass diese Pfade mit einem übelkeitserregenden Platschen auf dem Boden enden könnten.
Apropros überkeitserregendes Platschen: Mir ist heute auf dem Weg nach Hause eine gerade frisch gekaufte Paprika auf den Boden gefallen. Hat überhaupt nicht geplatscht, ist aber auf die Straße gekullert. Wo sie überrollt wurde und einen schnellen und sicher unglaublich schmerzhaften Tod starb. Tja, kann man wohl nichts machen. Tortillas ohne Paprika - wie langweilig.
Womit wir wieder beim Thema wären: Leute die bei Teletext-TED-Umfragen mitmachen. Okay, vielleicht ist das ja garnicht soo schlimm. Ich meine, vielleicht ist das ja gerade ein Thema, das diesen Menschen ganz besonders interessiert seine Lebensgeister in Aufruhr und seine Säfte in Wallung versetzt und so weiter - kann schon sein, wie sagt man so schön: Jedem das Seine. Aber: Wer ruft bei Teletext-TED-Umfragen an und gibt dann nicht das obligatorische Ja oder Nein als Antwort, sondern entscheidet sich für Möglichkeit drei: "Mir egal", manchmal auch "Weiss nicht"? Was würde ich dafür geben, einmal einem solchen Menschen zu begegnen. Ich würde sogar extra Psychologie studieren, nur um diese Personen analysieren zu können.
Kunstloses Brot - 1. Feb, 18:37
Ich habe heute wider besseren Gewissens sehr viel nachgedacht, vor allem darüber, warum es mir ein Bedürfnis ist, zu schreiben.
Es geht mir nicht in erster Linie darum, meine Gedanken niederzuschreiben oder mich selbst darzustellen. Dies mag alles eine Rolle spielen, ist allerdings keinesfalls meine Hauptmotivation. Es geht um Individualität. Dies mag jetzt nicht auf den ersten Blick ersichtlich sein, darum nun ein kleiner Diskurs, wie ich auf diesen Gedanken kam.
Das Streben nach Individualität ist, vor allem bei jungen Menschen (zu denen ich mich noch zählen mag) sehr verbreitet, stellt aber mehr eine Art unerreichbares Ideal dar als ein realistisches Ziel. Dies liegt meines Erachtens daran, dass die Indiviualität in der heutigen Jugend sich im Rahmen des bereits bekanntem bewegen muss. Alles war schon da, alles ist nur aufgewärmt, ein lauwarmer Aufguss. Dadurch ist jeder Versuch, sich abzugrenzen von seiner Umwelt von vornherein zum Scheitern verurteilt. Alles, was einmal etwas bedeutet, was schockiert und aufgewühlt hat - von langen Hahren über zerissene Jeans bis zu Nietengürteln - wurde vom Mainstream adaptiert, wurde integriert, wurde usurpiert. Dieser Punkt ist von zentraler Bedeutung, darum noch einmal kurz und prägnant: Was immer die Subkulturen versucht haben, der Mainstream hat sie eingeholt und ihre Insignien zu einem Teil von sich gemacht. Die Ergebnisse dieses Trends sehen wir überall: Zerissene Jeans am Laufsteg, Converse mit Absätzen, pinke Nietengürtel bei New Yorker, Beckham mit Irokesenschnitt.
Lange hielten die verschiedensten Subkulturen dagegen, immer wieder suchten sie eine Schwachstelle in der Deckung des Mainstreams und schlugen zu - nur um dann mitanzusehen wie der Mainstream den Schlag ohne mit der Wimper zu zucken einsteckt. Und die Gewissheit zu haben, dass er sich sicher nicht noch einmal auf diese Art und Weise wird attackieren lassen. Mit jedem Mal wurde es schwieriger - die Subkultur führte einen Guerilla-Krieg, aber langsam geht ihr die Munition aus.
Was dies alles damit zu tun hat, warum ich schreibe? Jeder Mensch ist ein Individuum, doch sind ihm nicht die Mittel gegeben, diese nach aussen hin zu präsentieren - worauf sie im Inneren verkümmern muss. Diese Individualität des Geistes nach draußen zu tragen, das ist es, worum es mir geht, das ist der Grund meines Schreibens - und mag es qualitativ auch noch so schlecht sein.
Kunstloses Brot - 29. Jan, 22:24
Okay, ich war also auf dem Weg zu meiner zweiten Prüfung am heutigen Tage, sowieso schon in seltsamer Stimmung ob der Tatsache, etwas zu wenig gelernt zu haben. Wenn man selbst in einer solchen Stimmung ist begegnen einem ja meist Dinge, die einen noch weiter in diese Stimmung treiben. Oder vielleicht nimmt man auch die Dinge um einen herum anders wahr, ist natürlich auch möglich. Jedenfalls saß ich in der Straßenbahn, hörte Musik und schaue aus dem Fenster, und was ich sehe ist..ein wahres Feuerwerk an Kuriositäten. Da war die Tafel vor einem Restaurant, auf welcher stand: "Menü 5,70€", darunter in kaum leserlicher Schrift "Tomatensuppe, Shnitzel mit Petersilkartoffeln und Salat, Torte" - mal abgesehen von der Rechtschreibung, das seltsame an der Sache war, dass jede Zeile mit einem schön gezogenem, feinen Kreidestrich durchgestrichen war. Jetzt lässt das verschiedene Schlüsse zu. Entweder, das Menü besteht aus irgendetwas, nur nicht diesen Teilen - wäre ganz amüsant. Oder das Menü gibt es einfach nicht mehr. Woran sich wiederum die Frage anschließt: Warum zur Hölle soltle jemand ein Schild mit dem Menü, das es nicht gibt, vor sein Restaurant stellen? Und außerdem, Tomatensuppe und Schnitzel?
Naaaja dachte ich mir. Bei der nächsten Haltestelle wollte eine Frau mit ihrem Hund einsteigen - bzw. die Frau wollte, der Hund eher nicht. Der war zu beschäftigt damit, sich in einer schlammigen Pfütze zu wälzen. Was die Frau dazu veranlasste, am Einstieg der Straßenbahn stehend ohne Unterlaß "Friedolin! Friedolin! Hörst du auf?! Komm her Friedolin!" zu rufen. Das schien eine Ewigkeit so weiter zu gehen, sie rief und zerrte an der Leine, der Hund amüsierte sich köstlich in seiner Pfütze. Schließlich kam von irgendwoher ein anderer Hund und bellte Friedolin an, der daraufhin gar keine Lust mehr hatte, weiter im Schlamm zu baden und auf sein Frauchen zu lief. Das Frauchen wiederum war auf einmal auch nicht glücklich darüber, einen über und über mit Schlamm bedeckten Friedolin auf sich zu zu laufen zu sehen, was wohl in irgendeinem Zusammenhang stand mit dem langen hellen Mantel, den sie trug. Doch zu spät, sie konnte ihm nicht mehr ausweichen und schon war Friedolin im Wagen, die Frau verdutzt und wütend zugleich (das ist ein echt lustiger Gesichtsausdruck, das könnt ihr mir glauben) und mir fiel es schwer mein Lachen zu verkneifen. Bis sich die verdammte Frau neben mich setzte und der verdammte Hund meine Hose..noch ein wenig schmutziger machte als sie sowieso schon war.
Aber gut, bin ja nicht oberflächlich. Die Bahn kann also endlich weiterfahren udn das ist auch gut so, denn sonst hätte ich nie den Anblick des besten Werbeplakats, das ich jemals gesehen habe, genießen dürfen: "DARMREINIGUNG - effizient und gründlich mit dem Bio-Kräutermix von irgendwas" - Wow.
Tja, dann war ich auch schon bei der Uni. Viel zu viele Leute bei der Prüfung - und überhaupt, etwas seltsam das Ganze. Multiple-Choice, also grundsätzlich mal nicht soo schwer. Aber seltsames System und sehr spezifische Fragen, also teilweise eine ziemliches Ratespielchen. Hey, ich hab ein schönes Muster bei meinen Antworten auf dem Ergebnisblatt herausbekommen, wie schlecht kann die Prüfung dann schon gelaufen sein? Selbsteinschätzung? Vier, aber ich würde mich nicht trauen, darauf zu wetten.
Kunstloses Brot - 25. Jan, 17:13
Da ich gerade weder Inspiration noch Zeit finde, etwas zu schreiben und sowieso alles (okay, alles was halbwegs lesbar war), was ich auf MySpace veröffentlicht habe im Laufe der Zeit hierhin stellen will, hier mal ein Anfang. Im Original war das Ganze in vier Teile aufgeteilt, hier jetzt mal alles zusammen..ja ich weiß, zu lang um es am PC zu lesen. Aber wer es schon kennt braucht es ja nicht zu lesen - und wer es nicht kennt, naja...soll sich halt durchquälen wenn er/sie Lust hat.
Immer noch 320 Meilen bis nach Houston und kaum noch Benzin im Tank. Seit zwei Tagen sind wir nun schon auf der Flucht. Wir, das sind mein alter Freund Billy, das Arschloch Joe und Ich. Billy stand vor kurzem einfach so vor meiner Tür. Wann das war? Vor einem Monat? Vielleicht eineinhalb? Ein Jahr? Irrelevant. Jedenfalls stand er da vor der Tür meines Appartments im Norden St. Louis. Er sagte: "Hey, lange nicht gesehen, alles klar bei dir? Hab gehört du bist jetzt wieder solo." Wieder solo. Ja. Ja, so könnte man es auch sagen. Billy erzählte mir dann von seinem tollen Plan an die Ostküste zu fahren. Sprach von einem Job und einer billigen Unterkunft in guter Lage. Ich sagte ihm dass ich Jersey hasse und kein Interesse hätte, mal abgesehen davon, dass ich auch keine Zeit hatte. Musste ja arbeiten. In meiner verdammten Software-Firma.
Ein paar Worte zu meiner Firma: Sie hatte bisher nur einen einzigen finanziellen Erfolg - der dafür war gigantisch. Das war irgendwann Mitte der Neunziger. War eine der großen Hoffnungen in einem aufstrebenden Markt. Dann platzte die große New Economy-Seifenblase und heute ist sie dem Konkurs näher als George W. dem Wahnsinn. Im Nächsten Monat sollten wieder Stellen abgebaut werden. Ich zweifelte kaum daran dass meine eine davon sein würde.
Man sieht wohl, wohin das führte: Ich ließ mich überreden, ihn zu begleiten. Billy meinte dann, er habe kein Auto, ob wir nicht meines nehmen können. Tja, und jetzt sitzen wir immer noch in meinem verdammten '86 Buick. Ohne Klimaanlage. Irgendwo auf einem verdammten Highway mitten in Texas. Billy, Joe und ich. Wir sind längst am Ende und das waren wir gestern schon.
Joe? Joe ist ein verdammtes Arschloch. Ich und Billy haben ihn in Vegas aufgegabelt. Irgendwo in einer Bar sprach er uns an, wir waren betrunken, er war betrunken und irgendwie endete er in unserem Wagen. Billy meint er könnte uns irgendwie nützlich sein. Keine Ahnung was er damit meint. Ich meine er ist ein verdammtes Arschloch.
Seit drei Tagen sind wir auf der Flucht. Wenn Flucht das richtige Wort dafür ist. Es ist ja nicht so, als würden wir wirklich verfolgt werden..aber trotzdem war uns klar, dass man uns erwischen würde, eines Tages, vermutlich eher früher als später.
Warum wir auf der Flucht sind? Daran ist nur Joe schuld. Verdammtes Arschloch. Wir waren noch irgendwo in Nevada, mitten im nirgendwo, schon gut 200 Meilen von Las Vegas entfernt. Ihr kennt das ja sicher - man fährt so durch die Wüste und plötzlich steht eines dieser verdammten Indianer-Kasinos vor dir. Billy und Joe wollten kurz einen Drink an der Bar nehmen. Ich wollte einfach nur bis zum nächsten Motel - Ich saß nun schon knapp 5 Stunden am Steuer. Wann hatte ich das letzte Mal richtig gegessen? Gestern Abend? Den Abend davor? Man verliert den Überblick wenn man den ganzen Tag fährt und kifft, trinkt und fährt. Ich ließ mich also wieder mal überreden. Wir zahlten den Eintritt, bekamen unsere Welcome-Chips und - Drinks und setzten uns an die Bar. Ich bestellte mir einen Burger an der Bar von meinen Chips, die andern beiden gingen spielen. Ich war extrem beschissenen drauf, alle um mich herum schienen glücklich zu sein. Ich fühlte mich wie eine Zwiebel im Obstsalat. Billy und Joe waren beide gut 1300 $ los, noch bevor ich mit meinem Burger fertig war. Hatten beide ihre Kreditkarten hoffnungslos überzogen. Naja, nicht mein Problem. Was dagegen sehr wohl mein Problem war, war dass Joe begann, sich mitten im Casino einen Joint zu drehen und ihn sich anzündete. Es war vor allem deshalb mein Problem, weil wir knapp 2 Kilo Gras im Kofferraum hatten. Wenn er nun verhaftet wird, wird unser Auto durchsucht. Wird unser Auto durchsucht, sind wir gefickt. Und ich mag es nicht besonders, gefickt zu werden, es sei denn von einem hübschen Mädchen. Aber ich war schon ein wenig betrunken (war ich jemals nüchtern?), meine Reaktionsgabe war ziemlich eingeschränkt. Schon sah ich den Barkeeper telephonieren. Sprach mit dem Sicherheitsdienst. Wir liefen. Der Sicherheitsdienst verfolgte uns bis zum Auto. Wir fuhren.
Wir waren uns nicht sicher, ob sie die Polizei gerufen haben - aber es erschien sehr warhscheinlich. Wir dachten daran, den Wagen stehen zu lassen, aber mitten im nirgendwo, ohne Wagen und ohne Karte und einem Koffer voller Gras - wohl eher nicht. Wir brauchten den verdammten Wagen einfach. Aber wir beschlossen, nach Houston zu fahren und uns dort einen neuen Wagen zu besorgen.
Und so fahren wir nun immer noch. Und der Benzin neigt sich dem Ende zu. Wir sind längst am Ende und das warn wir gestern schon.
Tankstelle.
Der einzige Gedanke hinter meiner Stirn.
Tankstelle.
Der Motor begann schon langsam zu stottern. Ich hörte Billy und Joe das Auto beschwören, noch ein paar Kilometer durchzuhalten. Aber ich wusste, dass wir es nicht schaffen werden. Ich spürte wie der Vortrieb langsam nachließ. Der Wagen rollte aus. Mitten in der verdammten texanischen Wüste bei gut 40° im Schatten (haha) rollte der verdammte Wagen aus. Warum musste ich auch auf Billy und Joe hören? Bei der letzten Gelegenheit waren sie sich sicher, dass wir es noch zur nächsten Tankstelle schaffen. Soweit war das auch richtig. Das einzige Problem an der Sache war, dass die nächste Tankstelle stillgelegt war. Und jetzt gehen wir mit Koffer und Kanister auf der verdammt nochmal einsamsten Straße der USA und können nur hoffen, bis zur Nacht irgendwo hin zu kommen. Ich spürte, wie mir die Hitze den Alkohol aus allen Poren presste, wie ich langsam aber sicher nüchtern wurde. Als wäre die Situation nicht schon beschissen genug. Ich kochte innerlich. Ich wollte nach Hause. Oder noch besser: Billy und Joe zu Schädel spalten und dann nach Hause. Mir wurde bewusst, dass mein Leben etwas aus der Bahn geraten ist, seitdem Billy bei mir angeklopft hat. Wie hat er mich eigentlich gefunden? Wir haben uns doch seit dem College nicht mehr gesehen. Das war sogar noch, bevor ich Cecilia kennengelernt hatte.
Cecilia..Cecilia war wunderschön. Ich habe sie kennengelernt, gleich nachdem ich mit dem College fertig war. Ich war arbeitslos, zu faul um Bewerbungsschreiben zu verfassen und Gespräche zu führen, noch zu rebellisch um in irgendwelche Ärsche zu kriechen und jeden Tag den gleichen scheiß Job zu machen. Sie arbeitete in einer Kneipe, bei meinen Eltern gleich um die Ecke. Sie war ein paar Jahre älter als ich, aber das machte uns nichts aus. Wir liebten uns und wollten zusammen bleiben. Sie hat einen besseren Menschen aus mir gemacht, hat es geshcafft, mich zur Arbeit zu ermutigen, mich unterstützt den Job zu bekommen, den ich bis vor kurzem noch hatte. Cecilia..
"Alles okay mit dir?" Billy. Ich hörte seine Stimme von weit her. Er ging neben mir, den Benzinkanister in der Hand. Ich sah ihn an, aber es war, als würde ich durch ihn hindurch sehen. Ich war in meinem eigenen kleinen Universum des Schmerzes, des Hasses und der Hitze. "Mein Gott Mann, du machst mir ja Angst. Hier, trink einen Schluck." Tequilla. Billiger Fusel, aus einem Truckstop. Er würde seinen Zweck erfüllen. Ich trank. Ich verließ die Hölle des Hasses und kehrte zurück in mein wohlig warmes, vom Alkohol geschaffenes Refugium. Plötzlich sah ich sie vor mir. Klar und deutlich, kaum 20 Meter entfernt. Cecilia. Ich begann zu laufen, und rannte dann mit voller Kraft. Ich konnte sie nicht erreichen, sie schien ein Spiel mit mir spielen zu wollen. Aber ich würde sie schon noch erreichen. Ich würde...Ich würde...Ich......
An dieser Stelle ist es wohl angebracht, ein wenig von meiner Vergangenheit zu erzählen. Ich wuchs in einem kleinen christlichen Vorort von San Francisco auf. Meine Eltern hatten sich dort ein großes Haus mit einem kleinen, geschniegelten Garten gekauft, kurz bevor ich das Licht der Welt erblickte. Die Nachbarschaft gefiel ihnen sehr gut. Mir allerdings gingen die bigotten Spießer und christlichen Fundamentalisten, aus den unsere Nachbarschaft bestand schon sehr früh gegen den Strich. Als ich zwölf Jahre alt war, wurde ich zum ersten Mal von der Polizei nach Hause gebracht, von da an war unsere Familie, trotz aller Bemühungen meiner Eltern, insbesondere meiner Mutter, bei den Nachbarn verpöhnt. Nie wieder wurden wir auf eine von Reverand Carlyles berühmten Barbeques eingeladen, die gesellschaftlichen Höhepunkte und wohl lautesten Abenden in unserer Straße. Der Reverand war ein fetter kleiner Bastard mit bösen, stierenden Schweinsaugen und, wie ich später vermutete, einer etwas zu großen Vorliebe für kleine Jungen und Mädchen. Er hasste mich vom ersten Augenblick an, als ich zum ersten Mal zu ihm zur Beichte geschickt wurde. Er meinte, ich habe einen aufmüpfigen und überheblichen Gesichtsausdruck, und als ich behauptete, dass ich mir nichts zu Schulden kommen lassen habe (*phew* deutsch is immer wieder eine Herausforderung), brüllte er, dass mir meine Eltern wohl keine Manieren beigebracht hätten. Naja. Priester.
Wie es kam, dass ich von der Polizei nach Hause begleitet wurde? Eine verdammte Lapalie. Ich spazierte nur so gelangweilt durch unsere Straße und näherte mich einem Fußgängerübergang. Ich war schon zwei Schritte darauf, als ich einen Wagen sich sehr schnell von rechts nähern sah. Der Fahrer war mit irgendetwas im Inneren seines Autos beschäftigt, vermutlich wechselte er gerade den Sender seines Radios oder holte sich einen runter, was auch immer. Jedenfalls näherte er sich dem Zebrastreifen, auf dem ich mich befand und erst im letzten Augenblick, blickte er auf und sah mich. Er musste scharf abbremsen, um noch vor mir stehenbleiben zu können. Ich war geschockt und starr vor Angst. Anstatt in irgendeiner Weise seinerseits erschrocken zu sein, war der Fahrer des Wagens wütend. Mit hochrotem Kopf saß er dort hinterm Steuer seiner fetten Karosse und hupte unentwegt. Das brachte mich derart auf die Palme, das ich spontan beschloss, den Weg nicht freizumachen, sondern einfach stehenzubleiben und ihm auf die Windschutzscheibe zu spucken. Als er versuchte, an mir vorbeizufahren, ging ich einfach ein paar Schritte in die Richtung, in die er fuhr. So ging das etwa eine Minute, mir ging schon die Spucke aus, als der Typ ausstieg und auf mich zubrauste. Ich beschloss, nicht davonzulaufen. Dieser Entschluss wurde mir nicht schwer gemacht, da der Typ nur ungefähr gleich groß war wie ich, das dürfte zu dieser Zeit nur 160cm gewesen sein, und unglaublich schmächtig. Er stürmte also auf mich zu und brüllte rum. Ich trat ihm, als er mich erreicht hatte, so fest ich konnte gegen das Schienbein. Daraufhin hopste er auf einem Bein umher und brüllte und tobte. Er hat mein Bild von Rumpelstilzchen nachhaltig geprägt. Ich wollte mich gerade auf den Heimweg machen, als ein Polizeiwagen um die Ecke bog. Tja, blöd gelaufen. Der Typ wollte mich noch anzeigen, überlegte es sich dann aber anders, als die Polizei ihn daran erinnerte, dass er es war, der mit 70 Meilen im Blindflug durch die 35 Meilen-Zone raste, wie Radarbilder belegten. Verdammtes Arschloch, einsperren hätte man ihn sollen.
Hoho, jaaa ich war schon ein kleiner Rebell in diesen Tagen. Ich muss mir dafür nachträglich selbst auf die Schulter klopfen. Vielleicht sollte ich mir auch noch ein Geschenk kaufen und eine kleine Party für mich feiern.
Es sollte nicht das letzte Mal sein ,dass ich in meiner Jugend mit den Gesetzeshütern in Kontakt trat. Ein Ereignis ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Ich war 16 und es waren gerade Sommerferien. Meine Eltern hatten mich förmlich dazu gezwungen, in dieser schönsten Zeit des Jahres zu arbeiten. Ich erledigte also so dies und das in der Nachbarschaft, führte die dämlichen Kläffer, mähte die Rasen und wusch die Autos unserer Nachbarn. Eines Tages, gegen Ende der Ferien, es wurde schon langsam etwas kühler an den Abenden, mähte ich am späten Nachmittag den Rasen bei den O'Learys, unseren Nachbarn von schräg gegenüber. Der Rasen war riesig, wie auch das Haus. Mr. O'Leary war irgendein hohes Tier im Stadtrad von San Francisco und ein möglicher Kandidat für das Amt des Bürgermeister bei der nächsten Wahl. Er war damals um die 45 Jahre alt und seine Frau hatte erst vor vier Monaten ihr erstes Kind zur Welt gebracht, einen Jungen. Mrs. O'Leary war 33 und verdammt heiß. Ich hatte noch nie mit einer Frau geschlafen, aber wenn ich mir zu Hause einen runterholte dachte ich meistens an sie. Sie hat mir erzählt, das sie früher mal ein Model war, aber aus anderen Quellen habe ich erfahren, dass sie erst vor kurzem damit aufgehört hatte, Pornofilme zu drehen. Ich war damals davon überzeugt, dass sie mich anmachen wollte. Wann immer ich zu ihnen kam, um ihren Rasen zu mähen oder sonstwas zu erledigen, lag sie im Garten hinterm Haus auf einer Liege und sonnte sich, meist mit nacktem Oberkörper. Ich musste mich sehr bemühen, nicht ständig auf ihre vollen Brüste zu starren, wenn sie mir Anweisungen gab. Wie auch immer, ich ging also wie so oft rüber, um den Rasen zu mähen und ging, wie ich es immer tat, direkt durch den Garten nach hinten. Als ich dort niemanden fand, ging ich auf die Veranda und klopfte an die Tür. Sie schwang auf, aber es schien niemand zu Hause zu sein. Ich beschloss, mich ins Wohnzimmer zu setzen und zu warten ,bis jemand kommt. Ich hatte ja schließlich verdammt nochmal den Auftrag, den Rasen zu mähen und ich brauchte das Geld dringend für das kommende Wochenende. Nach einiger Zeit, es muss fast eine Stunde gewesen sein, zumindest kam es mir so vor, ging auf die Toilette, die sich im ersten Stock befand. Gerade als ich mich zum scheißen hinsetzte, hörte ich, wie jemand die Tür aufschloss und lautstark eintrat. Ich erkannte die Stimme von Mrs. O'Leary, aber der Mann, mit dem sie srpach, war ganz sicher nicht ihr Mann. Ich hörte die beiden unanständige Worte wechseln und war völlig perplex. Ich konnte ja kaum einfach so nach unten spazieren, Mrs. O'Leary und ihren Lover kurz begrüßen und dann abzischen. "Hi, keine Sorge, ich bin nur der Junge von gegenüber, vögeln sie ruhig weiter" - klar. Ich saß als hier oben fest, dazu verdammt mitanzuhören, wie es die Beiden dort unten trieben. Nach meinen, zu diesem Zeitpunkt sehr beschränkten, Kenntnissen schien es ihnen sehr viel Freude zu bereiten. Ich versuchte, mich irgendwie abzulenken, aber ich konnte mich einfach nicht von dem Gedanken losreißen, dass meiner scharfen Nachbarin dort unten gerade das Hirn aus dem Schädel gevögelt wurde. Nach knapp einer halben Stunde, die mir wie eine Ewigkeit vorkam, erreichte das Stöhnen unter mir seinen Höhepunkte, wurde danach leiser und hörte schließlich ganz auf. Kurz darauf musste ich mit Schrecken feststellen, dass jemand die Treppen nach oben stieg. Ich nahm an, dass sich wohl einer der beiden eine Dusche gönnen wollen würde. In dem Badezimmer in dem ich mich befand. Ich geriet in Panik und stieß die Tür auf, um das Zimmer fluchtartig zu verlassen. Allerdings hatte ich mich wohl ein wenig verschätzt, denn als ich gerade aus dem Zimemr kam, stand plötzlich ein nackter Zwei-Meter-Schrank - Marke Türsteher - direkt vor mir. Das war das letzte, was ich sah, bevor er mich mit einem Schlag niederstreckte. Ich wurde von der Polizei nach Hause gebracht. Ich bekam danach ein Jahr lang jeden Monat etwas Schadensersatz, von Mrs. O'Leary für mein Schweigen bezahlt. Damit hatte sich das Thema "arbeiten" für mich für einige Zeit erledigt, kann einfach nichts gutes dabei raus kommen.
Mein erstes Mal war ein Kapitel für sich. Ich kann es wohl getrost als eines der ekelhaftesten Ereignisse meines Lebens bezeichnen, und ich dass obwohl zweimal mitansehen musste, wie ein Bush ins weiße Haus einzog. Ich war gerade 16 geworden und wurde immer noch von Mrs. O'Leary mehr oder weniger ausgehalten. Ein wunderbares Jahr muss ich sagen, aber dazu später mehr. Mein erstes Mal also. Es war ein Wochenende, es wurde gerade Frühling, es war glaube ich der erste warme Tag des Jahres .Ich und ein paar Freunde aus der Highschool (ich nenne sie hier der Einfachheit halber Freunde, obwohl ich zu dieser Zeit nie engen Kontakt zu irgendjemanden pflegte. Aber Freunde ist einfach schöner und kürzer als „Personen mit denen ich mich herumtrieb und Spaß hatte, denen ich mich aber emotional nie nahe fühlte") zogen um die Häuser und fuhren im Cabrio von Jacks Vater durch die Vorstädte, auf der Suche nach irgendetwas, das unser Interesse weckte. Zu dieser Zeit luden wir uns häufig selbst zu Partys ein, die wir im vorbeifahren sahen, was oft zu ziemlich absurden Ereignissen führte. Wir fuhren also wie so oft durch die Vorstädte, und wie so oft fanden wir auch diesmal ein Haus, das auf subtile Art und Weise in die Welt schrie, dass es an diesem Abend nur von Jungen Menschen, die Spaß hatten bevölkert wurde, und nicht wie sonst von verdammten Jesusfreaks. Die Musik war nicht besonders laut, aber auf jeden Fall ansprechend. Zu dieser Zeit standen wir total auf die Ramones, die New York Dolls und wie diese Proto-Punk-Bands alle hießen. Beschissen schlechte Musik, aber einfach perfekt für Partys wie diese. Wir stellten unseren Wagen direkt vor dem Haus ab und stürmten die Bude mit lautem Geschrei, dass sich unterwegs in manisches Gelächter entwickelte. Wir waren total high, also ist das wohl verständlich. Die bereits anwesenden (geladenen) Gäste sahen uns recht verschreckt an, versuchten aber gar nicht, uns davon abzuhalten uns Bier und was zum Essen zu holen. Die Gastgeberin war ein ungefähr 14 Jahre altes Mädel, und man sah ihr an, dass sie eine Party dieses Ausmaßes nicht geplant hatte. Aber was soll's, selbst Schuld. Hätte sie mal lieber auf ihre Eltern gehört und wäre brav zu Hause gesessen und hätte sich die Filme angesehen, die ihre Eltern ihr geholt hatten. Meine Freunde und ich hatten jedenfalls sehr viel Spaß. Die Gastgeberin verfiel in der Zwischenzeit immer mehr in Panik und wollte alle rauswerfen. Ich hielt sie fest und sagte ihr, sie solle sich abregen. „Setz dich hin und trink einfach was, dann bist du sicher gleich etwas entspannter". Und entspannt wurde sie, nach ein paar Kurzen und einem Bier war ihr die Verwüstung, die in ihrem Haus angerichtet wurde jedenfalls herzlich egal. Sie wurde sogar so entspannt, dass sie mir immer mehr auf die Pelle rückte, mich auf die Couch stieß und sich auf mich setzen wollte und solche Sachen. Das ganze verängstigte mich ein wenig. Ich hatte mit solchen Dingen noch keine Erfahrung. Außerdem war ich high und wurde langsam etwas paranoid – die letzte halbe Stunde habe ich damit verbracht, die Stehlampe kritisch zu beäugen. Ich vermutete, dass diese nur Tarnung sei und sich dahinter einer dieser verdammten Drogenfahnder befand. Ich kam nie dazu, diese Annahme zu überprüfen, denn im nächsten Augenblick wurde ich von der Gastgeberin (in Ermangelung ihres echten Namens nennen ich sie einfach mal „Lucy") schon die Stufen nach oben in ihr Zimmer gezogen. Lucys Zimmer war riesig, vollgestellt mit Puppen und Teddybären und vor allem eines: pink. Die Wände: pink. Die Bettwäsche: pink. Sogar ihre gottverdammte Stereoanlage war pink verdammt noch mal. Das Grauen das ich empfand war unbeschreiblich. Ich versuchte zu fliehen, aber irgendwie könnte ich mich nicht von ihr losreißen. Meine Hormone mussten mich wohl zurückgehalten haben. Jedenfalls merkte sie, dass mir in ihrem Zimmer etwas unwohl war und wir gingen ins Schlafzimmer ihrer Eltern. Wir setzten uns auf die Bettkante und sie lallte irgendwas von wegen ihre Eltern würden sie umbringen. Mir war das herzlich egal. „das ist ja schrecklich", sagte ich, „aber keine Sorge, ich helfe die morgen früh beim aufräumen". Hoho, ich war ein verdammter kleiner Lügner. Sie war mir jedenfalls so dankbar für diese Worte und mein Trösten, dass sie begann sich auszuziehen, bis sie nackt und etwas schwankend vor mir stand. Naja, ich will jetzt nicht näher darauf eingehen was dann geschah, nur soviel: irgendwann, kurz bevor ich am kommen war, wurde sie plötzlich völlig bleich und erbrach sich dann über den Kopfpolstern ihrer Eltern. Völlig angewidert sprang ich von ihr runter und aus dem Bett, zog mich so schnell wie möglich an und ging nach unten. Das Haus war ein einziges Schlachtfeld, aber was viel schlimmer war: ich musste feststellen, dass meine Freunde ohne mich gefahren waren. Es war ungefähr halb zwei und ich einige Meilen von zu Hause entfernt. Wie auch immer, einige Zeit später sank ich jedenfalls ins Bett und schlief ein mit der Überzeugung, dass Drogen sehr viel befriedigender waren als Sex. Später sollte ich feststellen, dass das nicht ganz stimmte.
Kunstloses Brot - 19. Jan, 15:10
Lord Witwenmacher war nicht nervös. Man wurde nicht zum Oberhaupt der Assassinengilde wenn man zur Nervosität neigte - ein nervöser Meuchelmörder hat ungefähr eine ebenso lange Lebensdauer wie ein Fisch beim Drachenfliegen. Das Trommeln seiner Finger auf dem Tisch hatte nichts damit zu tun, dass er unsicher oder gar beunruhigt war. Lord Witwenmachers Freunde hätten das Trommeln sicher sehr richtig als ein Zeichen tiefer Wut verstanden - wenn er denn Freunde hätte. Man wurde ebensowenig Oberhaupt der Assassinengilde indem man Freundschaften pflegte. Doch nach aussen hin wirkte er völlig ruhig, starrte seinen Gast an und dachte nach.
"Nun, Miss Klemmstrick, sie wissen wahrscheinlich, warum sie hier sind?"
"Nein, Herr. Keine Ahnung Herr."
"Miss Klemmstrick, sie sind hier, weil sie wie so oft den Unterricht geschwänzt haben. Darüber hinaus sind sie, wie ich hörte, selbst wenn sie dem Unterricht beiwohnen, in höchstem Maße unaufmerksam. Sie wissen doch, was mit unaufmerksamen Assassinen passiert?"
"Sie fallen ihrer Unaufmerksamkeit zum Opfer, Herr."
"Sehr richtig, das tun sie..." Lord Witwenmacher starrte seinen Gast mit seinem durchdringendsten Blick an - nur wenig waren in der Lage, diesem Blick standzuhalten. Doch die Augen in die er blickte - diese schrecklichen, stechend blauen Augen, zeigten kein Zeichen der Unsicherheit, hielten dem Blick stand.
"Herr?"
"...Ja, Miss Klemmstrick?"
"Wenn ich mir die Frage erlauben dürfte...Weshalb ist es so wichtig, dass ich dem Unterricht beiwohne? Alles, was mir die Tutoren beibringen können, vermag ich schon zu tun..Lassen sie mich die Prüfung ablegen, ich weiß, ich bin zu jung, aber sie wissen genausogut wie ich, dass ich besser bin als die meisten ihrer Absolventen."
"Hochmut! Sie wissen sicher, was man über Hochmut sagt, Miss Klemmstrick?"
"Das er vor dem Fall kommt, Herr. Aber mit Verlaub, ich sehe das Ganze nur realistisch."
"Da bin ich mir ganz sicher. Sie jedoch sind erst 16 und daher noch nicht befugt, die Prüfung abzulegen. Selbst wenn ich wollte, was nicht der Fall ist, ich könnte es ihnen nicht erlauben. Die Satzung unserer Gilde erlaubt es nicht, dass Minderjährige zu vollausgeblideten Assassinen werden. Sie werden uns wohl noch zwei weitere Jahre die Ehre erweisen müssen, unsere Schule zu besuchen. Und jetzt gehen sie bitte."
Miss Klemmstrick stand auf, verbeugte sich kurz und ging schnellen Schrittes hinaus. "Kein Laut - sie scheint praktisch nach draußen zu schweben!" dachte das Oberhaupt der Assassinengilde. "Erstaunlich."
Er lehnte sich in seinen großen, mit schwarzem Leder bezogenen Sessel zurück und dachte nach. Dachte an die vielen guten Männer, die er in den letzten Wochen und Monaten bereits verloren hatte.
An dieser Stelle ist wohl eine kleine Erklärung angebracht. Die Schule der Assassinengilde duldet keine faulen oder unaufmerksamen Schüler. Laut ihrer Satzung ist jedoch die Möglichkeit, einen Adepten der Schule zu verweisen nicht gegeben - die GIlde bedient sich etwas...subtilerer Methoden. Jeder wusste davon, doch niemand sprach darüber.
Diese Miss Klemmstrick allerdings schien sich nicht...belehren lassen zu wollen. Keiner der von Witwenmacher ausgesandten Meuchelmörder waren lebend zurückgekehrt. Alle wurden mit dem Wurfmesser im Brustkorb und einem überraschten Gesuichtsausdruck aufgefunden.
Es wurde langsam schwierig, noch jemanden zu finden, der sich um Miss Klemmstrick kümmern wollte. Seit über zwei Wochen schon hatte niemand mehr Anspruch auf das Kopfgeld zu erheben versucht, dass Witwenmacher gildenintern ausgesetzt hatte. "Sie ist gut...wirklich gut. Ich sollte wohl das Kopfgeld etwas erhöhen..." dachte Lord Witwenmacher.
Kunstloses Brot - 16. Jan, 00:36