Verdammt bin ich müde. Bin heute um neun aufgestanden, nachdem mich der Wecker aus wunderbar verdorbenen Träumen gerissen hat und war so ausgeschlafen wie lange nicht mehr. Leider hatte ich dann bald Vorlesung und was für eine Vorlesung. Ich meine, interessantes Thema (Medienevolution), aber das schummrige Licht im überfüllten Hörsaal und ein Sauerstoffpegel wie in einer Umkleidekabine voller pubertierender Menschen männlichen Geschlechts trieben mir die Müdigkeit sofort wieder zurück in die Knochen. Selten so lange anderthalb Stunden erlebt..und der Tag wurde nicht wirklich besser, musste danach zwei Stunden auf die nächste Vorlesung warten und hatte nichts zu tun..so dermaßen nervig, zu kurz um nachhause zu fahren, zu lang um es einfach so verdrödeln zu können..
Naja, danach dann Arbeitstechniken Multimedia, war ganz in Ordnung, aber irgendwie auch sehr langatmig alles. Da muss ich übrigens, gemeinsam mit anderen, ein Online-Dossier erstellen. Also verschiedene Beiträge zu einem Thema, das Thema also aus verschiedenen Perspektiven betrachten und so weiter. Bin zum Thema Computerspiele und Gewalt eingeteilt worden. Naja, immerhin ein aktuelles und recht interessantes Thema. Aber trotzdem, warum jeder Lehrveranstaltungsleiter irgendeine beschissene Abschlussarbeit verlangen muss geht über meinen Verstand..als hätte man am Ende des Semesters nicht mehr als genug zu tun.
Wiiie auch immer, hatte dann noch eine Vorlesung, Kommunikationspädagogik, der Inbegriff der langweiligen und überflüssigen Schwafelei. Echt seltsam, der hat noch kein Wort über Kommunikationspädagogik selbst gesprochen, alles was der bis jetzt gemacht hat war einleitendes Gebrabbel..und das jetzt schon sechs Vorlesungen lang..frag mich was der da zur Prüfung geben will aber egaaal.
Will sagen: jetzt bin ich zu Hause und müde.
Kunstloses Brot - 29. Nov, 18:40
Manchmal, wenn ich mit der Strassenbahn fahre, bekomme ich das Gefühl, die ganze Stadt wäre krank. Ich hatte gerade meine letzte Vorlesung für den Tag hinter mir, setzte mich in den D-Wagen und wollte einfach nur so schnell wie möglich nach Hause. Natürlich schrecklich viel Verkehr, immer wieder dumm von mir, um 5 mit dem D-Wagen fahren zu wollen. Aber egal, ich habe ja Zeit, kein Problem. Aber dann diese Menschen! Verdammt, also erstens gibt es mal viel zu viele von denen in der Stadt und leider auch viel zu viele, denen ich schon nach fünf-minütigem Gegenübersitzen in der Straßenbahn am liebsten den Schädel von den Schultern schrauben würde. Zum Beispiel das kleine Mädchen, das da schräg vor mir saß. Hüpfte die ganze Zeit herum, summte gräßliche Melodien und brabbelte unverständliches Gewäsch. Zumindest bis zur Augasse, von da schrie sie die ganze Zeit nur mehr: AUgasse, Mami, Mami, AUgasse!!! AUgasse! Die Frau, die ihr gegenüber saß, die mutmaßliche Mutter dieser Ausgeburt der untersten Kreise der Hölle, tat so als wäre sie nicht da. Hat das Mädchen wohl böse gemacht, jedenfalls ist sie dann dazu über gegangen, ihre Mutter als dumm zu bezeichnen.
Oder der gut 40-jährige Typ, der bei jeder Station den Knopf zum Öffnen der Türe gedrückt hat. Mit der Spitze seines Schirms. Aber ausgestiegen ist er nie..Zwischen den Stationen pochte er rhythmisch mit seinem Schirm auf den Boden, wie ein langsamer, tiefer Herzschlag. Ich bekam das Gefühl, mich im Bauch einer riesiger Bestie aufzuhalten, eines gigantischen Wurms, der durch die Straßen kriecht und von dem ich mich freiwillig habe fressen lassen..
Die ganzen alten Menschen, die mit unverborgenem Hass auf alle, die jünger waren als sie und natürlich auch auf alle, die glücklicher aussahen als sie, durch den Wagen blickten..der gut 15-jährige Junge, der, seinen Hund umklammernd, den Kopf auf den Knien, wie im Gebet für mich unverständliche Worte sprach..und imme rnoch schreit dieses gottverdammte Kind "AUgassa, Augasse, Mami, Mami, Mami, Augasse"...Ich wollte nur noch raus, raus aus der Bahn, raus aus diesem Untier, das die Menschen um mich schienbar verückt gemacht hatte..doch wollte ich nicht vorzeitig aussteigen, musste ich doch noch ein paar Stationen fahren..drei noch..zwei..verdammt jetzt beginnt dieser menschliche Tumor von einem Kind seine Mutter auch noch zu beleidigen und die sagt kein Wort..eine noch..endlich draußen!. Jetzt noch schnell zum Billa und dann aber nach Hause..
War dann eine schlechte Entscheidung, die Mutter musste auch noch was einkaufen, wodurch ich noch ein paar Minuten länger mit anhören musste, wie das Kind herumschrie und Sachen sagte wie: "Mama, schau mal wieviel das kostet! Mamiiii! Bist du dumm? Bist du duuuuuhumm?" Verdammt, das Mädchen war höchstens fünf! Eeecht heftig jedenfalls, aber gut, jetzt bin ich ja zuhause. Man möge mir meinen ungehörig konfusen Schreibstil verzeihen, ich hab im Moment nicht gut geschrieben gekonnt.
Kunstloses Brot - 27. Nov, 18:00
So, Prüfung hab ich hinter mir. Sollte eigentlich ganz okay gewesen sein. Seltsame Prüfung zwar, viel länger als ich dachte, aber immerhin: Gut zwei Drittel waren so wie bei den letzten beiden Prüfungen. War recht seltsam, die ersten paar Fragen hab ich extrem schnell beantwortet, hab überall was gewusst, fiel mir sehr leicht..aber dann auf einmal 3 Fragen bei denen ich mir dachte was zur Hölle, keine Ahnung, hab ich noch nie gehört! Aaaber egal, nicht schlimm, sollte trotzdem zumindest positiv sein.
Habe beschlossen, den Blog hier zweimal wöchentlich, Montags und Mittwochs oder Donnerstags, wie sichs besser ausgeht, zu aktualisieren - mal sehen ob ich das schaffe. Kann natürlich sein, dass sich dadurch die durchschnittliche Qualität meiner Beiträge verringert ("was, noch schlechter??!?"), aber ich seh das mal als Herausforderung. Muss lernen auch zu schreiben, wenn mich gerade nicht die Inspirationsmücke sticht. So wie jetzt zum Beispiel. Uuuund wenn irgendjemand auch was zu dem Blog beitragen will: Ich bitte darum, bei Interesse bitte Nachricht oder Mail oder so (I'm lookin at you as well PiAA - even if you don't really have a pc, i don't fuckin care!).
Heute war ein echt...dunkler Tag irgendwie. Also, jetzt nicht ein schlechter Tag oder sowas, aber irgendwie...hat es heute schon um zwei am nachmittag zu dämmern begonnen? Ich meine, ich geh gerade ein wenig im Regen spazieren und genieße die gute Luft ("alsob man sie so...gewaschen hätte!") und träume davon in den Rinnsalen am Straßenrand zu schwimmen und plötzlich wirds dunkel. Um nicht zu sagen: Die Dunkelheit kam über mich - doch nicht von herkömmlicher Qualität ward diese Dunkelheit, zeichnete sie sich doch durch ein fast greifbare Konsistenz aus. Ich sah sie regelrecht heranströmen, wie eine enorme Schar Fledermäuse des nachts aus ihrer dunklen Höhle strömt um zu jagen. Wie ein riesiges schwarzes Raubtier näherte sie sich mir mit unausweichlicher Macht und verschlang mich ganz und gar. Ich fühlte mich, als wäre ich in besonders dichten Nebel eingetaucht, spürte kleinste Wassertropfen wie tausend Nadelstiche auf meinem Körper. Ich sah nichts mehr, die Dunkelheit schien nicht nur um mich zu sein, auch in mir. Die Hand vor Augen ward mir nicht mehr sichtbar, nicht die kleinste Spur von Licht konnte ich vernehmen und ich fühlte mich, als würde ich fallen, fallen, fallen...ich landete unsanft auf dem Rücken, der Aufprall raubte mir einen kurzen Moment den Atem. Sofort riss ich die Augen auf und sah. Ich wusste nicht was ich sah, doch selbst wenn könnte ich die unglaubliche Schönheit, die nun um mich war, niemals beschreiben. Es mag zwar scheitern, doch ist es wohl mein Aufgabe, meine eherne Pflicht, es doch zumindest zu versuchen. Ich sah Farben, Farben, wie ich sie noch nie zuvor sah. Es wäre mir unmöglich, sie zu benennen, sie alleine mit den uns bekannten Farben in Verbindung zu bringen wäre eine Beschmutzung ihrer Schönheit, eine Beleidigung und könnte ihnen niemals gerecht werden. Sie strömten um mich und langsam vermochte ich Strukturen und Formen zu erkennen. Geblendet war ich zwar von der unbeschreiblichen Schönheit der Farben, doch gewöhnten sich meine Augen langsam daran und sahen ein kleines Bächlein. Es floss ziemlich schnell und, was die seltsame Perspektive erklärt, aus der ich ihn wahrnahm, direkt durch meine Brust hindurch. Ob er hinter mir weiterging oder nicht vermochte ich nicht zu sagen, konnte ich mich doch nicht umdrehen. Doch floss er, wenn nicht durch mich hindurch, zumindest in mich, was mich nicht minder überraschte. Doch kein Gefühl des Schocks, kein Schreck überkam mich, dies schienen mir Gefühle zu sien, wie ich sie nicht empfinden könnte, die einer Welt anhaften, die ich lange schon hinter mir gelassen habe. Ich sah auch die beiden Ufer des Baches Das eine hell und freundlich, rein, wie eine jungfräulich unberührte Wiese im späten Frühling, sanfte Hügel von unbestimmter Höhe ein wenig dahinter. Das andere aber bedrohlich, nicht dunkel zwar, aber doch in einem gewissen Sinne schmutzig, ungezähmt und hohe, scharfe Bergrücken waren im Hintergrund zu sehen - doch trotzdem erschien es mir von mindestens ebenso überwältigender Schönheit zu sein wie das andere Ufer. Eine Anziehungskraft, die zu beschreiben ich nicht vermag, ging von diesem Ufer aus, ich beugte mich dorthin, konnte es allerdings nicht berühren. Immer stärker drängte ich dem Ufer entgegen, so stark, dass ich die ganze Welt aus den Fugen zu reißen schien. Die Welt kippte über mich, klappte zusammen und hinterließ mich wieder in der kalten, nassen, schweren Dunkelheit die ich erst vor kurzem hinter mir gelassen hatte. Ich öffnete die Augen und sah...hey es ist grün, na endlich, hat ja ewig gedauert, scheiß Ampel.
Kunstloses Brot - 22. Nov, 20:40
Tjaa da Myspace geistiger Eigentümer sämtlicher auf ihrem Webspace veröffentlichten Inhalte ist, und ich Rupert Murdoch nicht unbedingt die Copyright-Rechte an meinen Ergüßen aufdrängen will: Hier mein neuer Weblog, jetzt mit 100% weniger Rupert. Wahrscheinlich. Ich meine, keine Ahnung wo der überall seine Finger drin hat. Oookay, das entwickelt sich irgendwie in eine bedenkliche Richtung..also zu etwas anderem:
Lustiger Tag heute, irgendwie. Ich meine, ich hab am Mittwoch Prüfung und noch nicht wirklich viel gelernt. Soll heißen eigentlich sollte ich lernen..aber hey, wenn der Typ bei den ersten beiden Prüfungsterminen mehr oder weniger dasselbe gefragt hat kann man sich doch wohl darauf verlassen, dass das beim dritten Termin nicht anders wird oder? So jedenfalls meine Logik, nach der ich mein Lernen für diese Prüfung gestalte. Soll heißen: Nur gut ein Drittel des Stoffs lernen. Das nenn ich effizientes Ressourcen-Management! Wobei die Hauptressource hier natürlich die Zeit ist, gefolgt von der Muße. Ist ja heutzutage üblich, alles als Ressource zu sehen. Zeit, ja okay, lass ich mir einreden. Zeit ist ja schließlich Geld (Bis auf meine Zeit, die ist Pudding). Aber wie pervers und entartet unsere Gesellschaft ist erkennt man unter anderem daran, dass bei uns der Mensch wie eine Ressource behandelt wird, über die man verfügen kann wie man will und die nur Mittel zum Zweck der Gewinnmaximierung ist..aber gut, das ist jetz wohl ein wenig zu deprimierend, darum zurück zu meinem Tag:
War heute Mittag im Hofer und habe mir einen Sechserträger San-Benedetto Natürliches Mineralwasser, Leicht Prickelnd (jetzt mit weniger als 0,0007% Natrium! Hm..ich dachte immer Natrium wäre was Gutes..?) gekauft. Sauschwer war das Teil und mit einem Tragegriff ausgestattet, dessen Tragekomfort ungefähr dem eines scharfen Stahldrahtfadens entsprach. Aber hey, ich hatte es ja nicht weit. Also schleppte ich mich und mit mir die Flaschen gefühlte anderthalb Kilometer, bis ich schließlich am Krone-Gebäude vorbeikam. Ja, das Krone-Gebäude steht direkt neben meinem Studentenheim. Und gleich daneben der Kurier. Und Ö3. Ich nenne die Gegend liebevoll den „Boulevard-Bezirk“. Jedenfalls dachte ich mir noch „Hachja, geliebte Kronenzeitung, Herz und Seele Österreichs“ und warf dem Gebäude einen gehauchten Kuss zu als ich ihn sah: Ein gottverdammter Werbär, halb Mensch, halb Bär, halb verwandelt, stand dort vor der Krone! Ich erschrak fürchterlich und warf meine Hände vor Schreck in die Höhe und schrie nach Hilfe. Durch diesen plötzlichen emotionalen Ausbruch flog mir das Sixpack aus der Hand und landete, nach 4,573 Sekunden Zeitlupenflugzeit auf dem Gehsteig neben mir. Das die Flaschen zusammenhaltende Plastik hielt dem Aufprall nicht stand und entließ seine Schäfchen in die Freiheit. Sie rollten vom Gehsteig auf die Straße und lösten beinahe eine Katastrophe biblischen Ausmaßes aus. Ein Smart bog gerade in die Straße ein und sah sich plötzlich mit einem für ihn unüberwindlichen Hindernis konfrontiert: Die Flaschen lagen quer über die Fahrbahn. Der Smartfahrer lief innerhalb von Sekundenbruchteilen knallrot an und betätigte seine Warntröte, die auf seinem Hut befestigt war. Ohne Erfolg! Die Flaschen bewegten sich kein Stück. Einen Augenblick später rauschte ein Hummer mit hoher Geschwindigkeit um die Kurve, realisierte zu spät, dass der Krümel auf der Straße ein Smart war, versuchte noch zu bremsen...doch zu spät, er war zu schnell dran und darüber hinaus hoffnungslos überladen durch das Schaf und die Kuh, die es sich auf der Rückbank bequem gemacht hatten und nun vor Schreck quiekten..doch ach! Welch Glücksfall: Der Hummer dröhnte über den Smart hinweg, ohne ihn auch nur zu berühren! Sollte man nicht für möglich halten.
Doch von alledem bekam ich natürlich nichts mit, waren meine Gedanken doch auf den nur wenige Meter vor mir stehenden Werbären gerichtet. Voller Wut, mit dem Mut der Verzweiflung und aus Angst, er könnte meinem geliebten Krone-Gebäude ein Leid zufügen, stampfte ich auf ihn zu, fauchte ihn an und schrie: „Hey du gottverdammter Werbär du! Was willst du hier? Verpiss dich und wag es ja nicht, das Gebäude auch nur anzufassen, sonst zwinge ich dich, deine eigenen Kinder zu essen, dir deinen eigenen Schwanz in den Arsch zu stecken und Purzelbäume zu schlagen du verdammtes barbarisches Untier!“ Das schien ihn nicht wenig zu beeindrucken, jedenfalls sah er mich entgeistert an, stieg in ein Auto und brauste an mir vorbei auf die Straße. Ich schwang ihm noch drohend meine Faust nach, bis er nach knapp 20 Minuten außer Sicht war. Der Verkehr verlief ein wenig schleppend. Die Straße war nur zur Hälfte befahrbar, weil angeblich Flaschen mit sehr verdächtigem, wahrscheinlich explosivem Inhalt gefunden wurden. Diese verdammten Islamisten! Dachte ich und ging mit stolzgeschwellter Brust nach Hause. Wo ich feststellen musste, dass mir mein Mineralwasser auf dem Weg wohl gestohlen wurde..dieser verdammte Werbär!
Kunstloses Brot - 20. Nov, 15:47