Das Leben ist ein Witz
Das Leben ist ein Tanz, zumindest habe ich das mal irgendwo gehört, schnell wie ein Quickstep, oft erschöpfend wie ein Flamenco doch meist voller Leidenschaft und Begierde wie ein feuriger Tango. Doch kein Tanz ohne Tanzpartner, so auch kein Leben ohne Lebenspartner. Nun ist mein Leben ja doch schon etwas fortgeschritten, ich habe viel getanzt, der Partnerinnen gab es nicht wenige, doch die eine, mit der ich mir vorstellen könnte, den Rest des Abends, die letzten Tänze zu verbringen, sie traf ich erst vor kurzem. Sie nahm mich im Sturm, doch nun ist sie fort, sagt sie liebt einen anderen. Welch schreckliches Spiel treibt sie mit mir, gestern noch mir ergeben wie ich ihr, heute abweisend und kalt, einer Himmelskönigin gleich die hochmütig auf ihrem Stuhle thront und gefallen an meinem Leiden findet, ich nichts weiter als ihr Hofnarr, ein weiterer kleiner Lacher in einem mehr als fröhlichen Leben. Doch keine Lacher mehr für mich, so denke ich während ich in der Straßenbahn sitze, auf dem Weg zurück in meine eigene Wohnung, die ich seit gut einer Woche nicht mehr betreten hatte, von der ich bis heute noch dachte nie wieder in sie zurückkehren zu müssen. Der kleine Raum, den ich wohl oder übel mein Wohnzimmer nennen muss, der kalte Steinboden, die grauen Wände sie haben mich bald wieder. Nun gut, der Tanz geht weiter so denke ich, wie von Sinnen aus dem Fenster blickend auf der Suche nach etwas, was mich aufzuheitern vermag, doch finde nichts als Reklametafeln. "Oh! It's a Feh", na sowas aber auch. "Das Leben ist ein Spiel"? Oh ja, sein anderer Name ist "Suizid" und Sieger ist, wer als Letzer in Agonie versinkt. Oder als Erster? Wer weiß. "Oh! It's a Nervenzusammenbruch" denke ich noch bevor ich wie toll in manisches Lachen aus- und schließlich auf den Boden der Straßenbahn zusammenbreche. Wieso ich lache? Das Leben ist ein Witz, den nur noch niemand verstanden hat.
Kunstloses Brot - 19. Feb, 23:23



nimms nicht so schlimm, du hast ja noch uns...