Donnerstag, 19. April 2007

Mmmmh...Pandablut

Ich habe einen Traum: Ein eigenes Restaurant, und es soll das gottverdammt nochmal das widerlich dekadenteste Lokal Europas werden. Ich will ein eigenes Hochhaus dafür errichten, es in den obersten beiden Stockwerken unterbringen - und die restlichen Stockwerke bleiben unbewohnt, allerdings soll in jedes Stockwerk, vom gläsernen Fahrstuhl gut sichtbar, ein sündhaft teures Gemälde oder ein Stück Outsider-Kunst, also zum beispiel ein Haufen Müll, darüber ein Schild auf dem steht: "Revolution" - oder ähnliches sich befinden. Der Fahrstuhl soll riesige Ausmaße haben und in quälender Langsamkeit nach oben gleiten, während aus den Lautsprecherboxen Riot-Grrl-Musik dröhnt und die Fahrgäste durch winzige Zerstäuber, die an der Decke eingebaut sind, mit gülden gefärbten getrockneten Nerz-Innereien bestäubt werden. Das Restaurant selbst soll sehr schlicht gehalten sein, so schlicht, dass es kaum Möbel gibt: Die Gäste müssen ihr Essen im Stehen, an gewellte und mit Massage-Geräten ausgestattete Wände gelehnt einnehmen. Wodurch sich natürlich das ewige Problem ergibt: Wie soll man im Stehen essen, während man den Teller in der einen, ein Glas Wein in der anderen Hand trägt? Meine Lösung für dieses Problem, dass die Menschheit wohl schon plagt, seit sie sich aufgerichtet hat, ist die Folgende: Spezielle, eigens dafür ausgebildete Wein-Kellner nehmen den zum Essen passenden vergorenen Traubensaft in den Mund und spucken den Gästen diesen dann in hohem Bogen, auf Wunsch auch küssend, in die offenen Mäuler. Die Wände und den, dank meines Konzeptes höchst überflüssigen, da leerstehenden Boden, sollen widerlich-pornographische Kollagen zieren. Ich stelle mir da etwas vor wie eine Frau mit weit gespreitzten Beinen, das Geschlechtsteil herausgeschnitten und stattdessen das Bild einer Schlange mit einem Apfel im Mund eingesetzt. Ich hoffe sie haben eine ungefähre Vorstellung davon, wie ich mir das vorstelle - die genaue Ausarbeitung überlasse ich natürlich den eigens dafür angstellten Künstlern.
Doch wir sollten natürlich nicht das wichtigste vergessen: Das Essen. Es wird nur Gerichte geben, die von vom Aussterben bedrohten Tieren stammen. DIe Speisekarte selbst wird aus gegerbten Elefanten-Pergament bestehen, geschrieben mit dem Blut eines Kommodo-Warans. Die Highlights werden die große Delfin- und Walplatte an Pandagedärm-Spiegel sowie das Babyrobben-Schnitzel darstellen - die Gerichte sind noch nicht ausgereift, dies sollte aber kaum ein Problem darstellen. Natürlich gibt es auch eine Auswahl an vegetarischen Gerichten - da Vegetariern aber sowieso relativ egal ist, was sie essen (solange es nicht vom Tier stammt) setze ich denen einfach in Bier geschwenktes Heu oder ähnliches vor und behaupte es wäre Nina Hagens und Iggy Pops Lieblingsgericht. Ich bin davon überzeugt, dass das quasi ein Erfolg werden muss. Ich gehe schon einmal mein Elfenbein-Messer mit Koalaknochen-Griff wetzen.
valtl - 20. Apr, 07:38

Woah!
Der Klassiker der handgewürgten Waldlanguste scheint sich ja in absehbarer Zeit zu verwirklichen.
...und das mit den Vegetariern ist ein böses Vorurteil, gegen welches ich regelmäßig ankämpfen muss... da muss ich ständig irgendwas essen, nur 'weil kein Fleisch drin ist' und es somit quasi für mich ausgezeichnet wurde...

Kunstloses Brot - 20. Apr, 10:55

natürlich ist das ein Vorurteil, aber leider in der Gastronomie häufig traurige Realität - und ich will mich doch auch nicht gegen ALLE Konventionen sträuben, das wäre ja wirklich albern ;)

..whatever

Just because you're paranoid, don't mean they're not after you

Neo-Gonzo'esque Seltsamkeiten und andere Absurditäten

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