Flamme, alles was ich fasse. Asche, alles was ich lasse. Feuer bin ich, sicherlich.
Okay, Notiz an mich selbst: Freunden einen Gefallen tun und sie bei der Arbeit besuchen: schlecht. Obwohl, eigentlich eine Erfahrung die ich nicht missen möchte. Dieser seltsame steirische Herbst (mit leichter jahreszeitlicher Verwirrung) hat schon was: Ein latenter Alkoholismus in der Luft, der dem des Christkindlmarktes um nichts nachsteht - nur dass es anstatt des Punsches Bier gibt (steirisches, natürlich). Und die kandierten Früchte, Nüsse, Zigarrettenstummel und ähnliches gibt es leider auch nicht aber dafür allerlei Erzeunisse uas den beiden wichtigsten (und augenscheinlich einzigen) Erzeugnissen der Steiermark: Äpfel und Kürbiskernöl. Verdammter Kürbiskernleberkäse mit frittierten Apfelspalten - oder Apfelpüree mit Kürbiskernbrot - und natürlich Brezeln. Alles schon widerlich genug, aber die Stimmung dort: Ich habe jetzt eine ungefähre Vorstellung, wie es wäre, wenn die Nazis den Krieg gewonnen hätten. Strahlende arische alte Fauen mit ihren ebenso arischen, aber weniger strahlenden Männer, in Lederhosen und Dirndln gekleidet - kleine schrecklich laute Kinder die vor einer Bühne sich in Heu wälzen - Blasmusikkapellen die die akustische Kulisse dieses Schauspiels von erstaunlich-schrecklicher Schönheit bilden. Keifende alte Frauen, notgeile alte Männer, alles da. Die ganzen verdammten Straßenbahnen von und zu diesem...Happening gefüllt mit alten athritisch-gastritischen alten Menschen, die Straßen gefüll mit Hüte-tragenden alten Männern die davon überzeugt sind, dass sie noch Auto fahren können. Würde mich kaum wundern, wenn die Umfallstatistik zu dieser Zeit des Jahres völlig unerklärliche Spitze aufzeigen würde. Das war das gottverdammte sechste Reich.
Kunstloses Brot - 21. Apr, 22:27


