Freitag, 12. Oktober 2007

Das ist Leben eben

Immer schwerer kann ich des Eindrucks mich erwehren, tiefgreifenden seelischen Veränderungen zum Opfer gefallen zu sein. Ohne einen Zeitpunkt des Bruchs auch nur bruchstückhaft rekonstruieren zu können, scheine ich all den Glauben an Dinge, die mir früher als unsagbar wichtig galten verloren zu haben, abgelöst von einem nicht minder naiven, aber unspezifischeren „Es-wird-schon-alles-gut“, gewürzt mit einer gehörigen Portion Zynismus.
Wie diese Veränderung mir selbst so lange verborgen blieb ist mir heute gänzlich unbegreiflich, erscheint mir diese nun doch so unübersehbar, ja offensichtlich – als hätte ich die alte Schale Stück für Stück abgestreift, lange unbewusst, unbemerkt und erst als diese endgültig fiel, fiel auch der sprichwörtliche Groschen. Nicht wie der Einsiedlerkrebs aber, der sich, sollte er zu für sein altes Haus übergroßen Dimensionen anwachsen, ein neues Haus sucht, eher wie die Haut, die unablässig schuppt und abgestorbene Zellen abwirft, für uns gänzlich unbeobachtbar – einzig das Ergebnis, die ständig neue, nur scheinbar immer gleiche Haut, ist für uns zu erfassen. Oder eigentlich eher wie ein übergewichtiger Mensch, der abnimmt (oder immer dicker wird) und seine Fortschritte nicht täglich an der Waage abmisst, sondern es erst bemerkt, wenn er plötzlich eine andere Kleidergröße benötigt.
Nun, sei es wie es sei, was ich damit sagen will: Die Phrase „Nur eine Phase“, der wohl für die meisten Jugendliche verhassteste Satz, von den Eltern oft mantraartig wiederholt, in der naiven Hoffnung, er möge seine schreckliche Macht dadurch besser entfalten – dieser Spruch, er erscheint mir nun doch recht vernünftig und überdies höchst realitätsnah.
Doch genug der frustrierend-pseudophilosophischen Gedanken, kommen wir zurück zu unserem eigentlichen Hauptthema: Vietnamesische Maultrommeln. Meiner Ahnungslosigkeit was das denn sein könnte zum Trotze, wie ich finde ein sehr schönes Thema. Besonders schön aber, wenn ein Geschäft einen Zettel ins Schaufenster hängt: „Endlich wieder erhältlich: Vietnamesische Maultrommeln!!!!!“. Da stellt sich mir die beinah obligate Frage nach dem Warum, woraus man vermutlich eine nette Geschichte über einen nach Maultrommeln abhängigen Menschen (vermutlich männlich, nicht nur der Identifikation halber, auch aus Gründen des Realismus – Männer sind für solch seltsame Süchte einfach anfälliger), der Tag für Tag in diesen, und vermutlich auch jeden anderen Ethno-Laden der Stadt stürmt und leicht nuschelnd, aber immer in höchst drängendem Tonfall ruft: „Gina!!! – Die Ethno-Laden-Verkäuferin sollte Gina heißen, um Assoziationen zum Porno-Business zu wecken, welchem sie auch angehörte, was natürlich erst gegen Ende klar wird. Ist immer wichtig, dem Leser bereits zu Beginn den metaphorischen Knochen hinzuwerfen, damit dieser sich dann gegen Ende hin für seine gute Auffassungsgabe selbst beglückwünschen und sich auf die Schulter klopfen undin Internet-Foren angeben kann oder was weiß ich. Natürlich sollte der Hinweis nicht allzu subtiler Natur sein, eher schon von zaunpfahlhafter Qualität sein, denn die meisten Leser sind erfahrungsgemäß ziemlich begriffsstutzig, um nicht zu sagen doof. Deshalb also: „Gina!!! Sind meine verdammten vietnamesischen Maultrommeln endlich gekommen!?“ – „Nein tut mir leid Herr Strunzenblop (auch wichtig, seines Namens wegen war er oft Opfer von Hänseleien, was einer der Gründe für seine Obsession sein könnte), ich habe ihnen doch gesagt, ich rufe sie an, sobald sie da sind!“
Irgendwann sind die Dinger dann wohl doch geliefert worden, direkt aus Vietnam, aus den Knochen von gefallenen US-Soldaten von Sweatshop-Kinder geschnitzt. Herr Strunzenblop war naturgemäß überglücklich, nahm ein paar mit nach Hause und versrpach, die hundertsiebzig weiteren, die diese Monatslieferung enthielt, später abzuholen. Herr Strunzenblop hatte mit den Ethno-Laden-Inhabern ausgemacht, dass er im Monat ca. 180 Stück braucht, weshalb diese einen Vertrag mit besagten Sweatshop abgeschlossen hatten – auf fünf Jahre beiderseits gebunden - jedes Monat 180 Vietnamesische Maultrommeln geliefert zu bekommen – sie erahnen schon, wo das hinführen muss. Herr Strunzenblop ist ganz euphorisch und aufgrund seiner Aufregung und des für ihn völlig ungewohnten Designs der Maultrommeln, führt er sich diese in die falsche Öffnung ein und verblutet allein am kalten Parkett seiner kleinen Ein-Zimmer-Wohnung im dritten Stock. Gina und ihre lesbische Chefin Ludmilla, ein ehemaliger Ringer-Star, sehen sich nun mit dem Problem konfrontiert, große Mengen von Maultrommeln verkaufen zu müssen oder Konkurs anzumelden, darum jetzt dieser Zetteln im Schaufenster. Ein höchst kläglicher Versuch, zugegeben, aber die beiden waren nicht besonders helle und haben es zudem versäumt, einen Lehrkurs für Werbung zu besuchen. Letzten Endes bleibt ihnen nichts anderes übrig, als den Laden zu schließen. Die beiden gehen zurück in ihre alten Berufe – hier nun der Sich-selbst-auf-die-Schulter-klopf-Moment für die besonders aufmerksamen – allerdings mit mäßigem Erfolg. Schließlich heiraten die beiden, zuerst sich gegenseitig, danach jeweils einen Mann – die eine aus Liebe, die andere aus steuerlichen Gründen, genauer gesagt der neu erlassenen Vergnügens- und Luxussteuern auf Homosexualität wegen. Ich verrate jetzt nicht, welche von den beiden aus welchem Grunde, aber ich verspreche ihnen: Sie werden überrascht sein.
..Aber da der Versuch, eine derartig gesellschaftlich brisante, ja weltverbesserlich-subversive Geschichte zu schreiben aufgrund der harschen Zensur und nicht zuletzt wegen der Quanten zwangsläufig zum Scheitern verurteilt ist, lasse ich es lieber sein. Ist vermutlich besser so.

Donnerstag, 31. Mai 2007

Paranoia

Ich fühle mich verfolgt von einem affenartigen Wesen. Nie sah ich es von Nahem, nie deutlich vor mir, doch vermag ich es als gut menschengroßen Affen beschreiben, den die kräftigen langen Arme eines Orang-Utans mit dem Körperbau Madonnas verbindend - lange blonde Haare verdecken halb sein (oder ihr, da bin ich mir nicht ganz sicher) von Narben zerfurchtes Gesicht, die langen Reißzähne im geifernden Maul sowie die vorstechende, aggressive Nase vermögen sie allerdings nicht zu verbergen. Ständig leicht dieses Wesen hiner mir, nie zeigt es sich mir - stets verschwindet es, wenn ich in die Richtung blicke, in der ich es vermute, nur aus dem Augenwinkel vermag ich es von Zeit zu Zeit zu betrachten, erfüllt von Angst, der Panik nahe - doch ich weiß, sollte ich in Panik geraten, so ist es um mich geschehen. Alles, nur keine zu plötzlichen Bewegungen - noch ist sie (oder er) ein ganzes Stück entfernt, doch kommt sie näher? Sie kommt näher, nicht wahr!?
Den Gedanken an die Flucht unterdrückend gehe ich aber ruhig weiter durch die dunklen Straßen dieser Stadt, versuche, auf andere Gedanken zu kommen - welch schönen Schatten die von der Straßenlaterne beleuchtete riesenhafte Pagode auf den Sozialbau wirft! Doch niemals wird er verbergen können, was dahinter geschah, geschieht, geschehen wird - hinter den Fenstern zerschundene Seelen, vom goßen des Lebens Rad gemahlen, nur ein dünner Film mag noch übrig sein - kaum mehr vermag er, den blanken Hass auf alles Fremde zu verbergen. Wie gut es ihnen doch gehen würde, wenn es keine Fremden mehr gäbe in dieser Stadt, so denken sie vielleicht, doch das Wort denken ist hier wohl fehl am Platze - Empfindungen mögen es sein, vielleicht Instinkte - ein denkendes Wesen allerdings, so hoffe ich, vermag sich von solchen Empfindungen zu distanzieren.
Je schneller ich gehe, desto näher kommt mir das Wesen, so schießt es mir durch den Kopf wie eine Kugel, verdrängt alle anderen Gedanken, zerfetzt sie geradewegs - ein schreckliches Gefühl, nur diesen einen Gedanken im Kopf zu haben. Und doch gelingt es mir, der Panik nicht anheim zu fallen, meinen Schritt zu verlangsamen, fast schleichend bewege ich mich fort. Ich verspüre den Zwang, laut zu schreien, mich umzudrehen und das Wesen zu attackieren, so wie man oft den beängstigenen Drang verspürt, vor die in die Station einfahrende U-Bahn zu springen - oder dem Abgrund, in den blickt, entgegenzufallen. Doch wie so oft unterdrücke ich auch diesmal den Trieb, das Verlangen in mir - in der Gewissheit, dass ich es später bereuen würde. Wie jedesmal versuche ich mir einzureden, es wäre besser so, nie schaffe ich es völlig - und doch vermag ich es nie zu tun.
Nur noch ein paar hundert Meter, so denke ich, doch schiebe ich den Gedanken sogleich wieder beiseite, in der Angst, das Wesen könnte ihn spüren. Ich höre sie (oder ihn) nun ganz deutlich, nur wenige Meter hinter mir schlurft das ausgezehrte, vom Hunger getriebene Wesen. Fast vermag sich seinen stinkenden Atem in meinem Nacken fühlen, doch ist dies wahrscheinlich nur Einbildung - unmöglich, dass es sich so nah an mich herantraut, obwohl ich mich völlig unter Kontrolle halte. Und doch..
Was es wohl mit mir machen würde, so es mich erwischt, so denke ich, in der Hoffnung es durch meine Gedanken von mir fern zu halten - welch törichter Einfall. Würde es mich vielleicht zerfetzen, mein Blut trinken und sich in meinen Eingeweiden laben? Würde es mir den Schädel von den Schultern reißen und meinen Schädel als Suppenteller verwenden - eher unwahrscheinlich, denke ich, in mich hinein lächelnd. Würde es mir meine Gedanken, meine Kreativität, meine latente Todessehnsucht sowie meinen unerschütterlich-naiven Glauben an das Gute im Menschen rauben? Ich vernehme ein kehliges Knurren, direkt hinter meinen rechten Ohr - ich nehme das Mal als ein ja, so denke ich, meinen Schritt dezent beschleunigend, die letzten paar Meter sowie die Türschwelle hitner mich bringend - endlich geschafft endlich zu Hause - mein Refugium, niemals wird sie (oder er) hier eindringen.

Montag, 14. Mai 2007

Der Flaneur

In letzter Zeit ertappe ich mich immer wieder dabei, zu spazieren. Das mag jetzt zu mir passen wie Butter auf einen Rauhhaardackel, doch ist es auf eigentümlich-befreiende Art und Weise befriedigend um nicht zu sagen befriedend. Nun möchte ich natürlich nicht des, stark mit dem Spießbürgertum verwobenen "Spazierengehen" in Zusammenhang gebracht werden, wesahlb ich mich eher als baudelaire'schen Flaneur sehe. Der augenmerkliche Hauptunterschied liegt hierbei für mich darin, dass das Flanieren in Einsamkeit und für mich selbst geschieht, während das Spazierengehen wohl eher eine soziale, oft zweisame Tätigkeit darstellt, bei der über Belanglosigkeiten palavert und nicht über Belangvolligkeiten paldovert wird.
Nie fällt es mir so leicht, all die entrückend-verwirrenden Gedanken, die meinen Kopf in den letzten Tagen in so großer Zahl behausen zu entwirren, als beim gepflegten Flanieren über die Straßen und Plätzen dieser schrecklich-schönen Stadt (ja, der Bindestrich IST wichtig). Wobei nicht unerwähnt bleiben darf, dass ich natürlich nicht des Flanierens wegen flaniere, dieser tautologischen Widerwärtigkeit entziehe ich mich, indem ich mir sage, dass ich rein von wissenschaftlichen Erkenntnisinteresse getrieben mich fortbewege. Mein Interesse betrifft hierbei sowohl die unterschiedlichsten Ethnologien und ihr Bräuche und Sitten, die soziologisch-politische Lage in einer U-Bahn, die zahlreichen kleinen Kriegsschauplätze dieser Stadt sowie die neuesten Errungenschaften der Werbewirtschaft, sprich: ich sehe mir Menschen und Werbungen an.
Ein ganz besonderes Vergnügen bereitet es mir hierbei, die kleinen Rätsel, die einem der Alltag so oft stellt zu beantworten versuchen. Zum Beispiel: Übergewichtige Frau: Schwanger, ode doch nur fett? oder, beim Vorübergehen an den Schaufenstern eines überteuerten GEschäftes wie B&O - Minimalismus oder doch schon Konkurs? Immer diese abstruse Nervenkitzel dann genauer hinzusehen und des Rätsel Lösung versuchen zu eruieren, wunderbar.
Nun gibt es natürlich nicht nur schöne Dinge, die einem beim flanieren passieren, nein, oft fällt der Blick auch Plakate, die mich derart zu verwirren vermögen, dass ich den ganzen Tag an fast nichts anderes mehr denken kann. Wie Blutegel saugen sich die Gedanken fest, rammen ihre mit Widerhaken bewehrten Mäuler in die weiche Masse meines Hirns mit der Absicht, es nie wieder loszulassen, bis ich das Rätsel dieser Plakate endlich gelöst habe. Ich spreche natürlich von den aktuellen Plakaten der, von mir hoch geschätzten, gemäßigt rechts-bürgerlichen Partei FPÖ unter der Führung des Kameraden HC-Män. Nun ist es nicht der Inhalt, der hier zu verblüffen vermag, dieser ist vorhersehbar und offensichtlich wie eh und je. Einzig die Zeichensetzung scheint ein wenig nun..der Verwirrung anheim gefallen zu sein. So schreit es einem derzeit zum Beispiel in ganz Wien entgegen: SPÖ KASSIERT UN[GENIERT]! Okay, wie gesagt, Aussage ist klar verständlich, selbst für mich und mein drogenverseuchtes Alkoholikergehirn. Aber was um alles in der Welt sollen diese Klammern? So wie ich das verstehe, soll das ganze dann heißen: "Spö kassiert ungeniert" oder: "Spö kassiert un", wenn man das in der Klammer stehende weglässt - was allerdings das kleine Problem mit sich bringt, dass "Spö kassiert un" ungefähr den Bedeutungsinhalt eines in lauwarmen Wasser eingeweichten Weißbrotes hat (obwohl...das ist ja schon fast wieder Kunst). Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass des HC-Mäns Untertanen in der Werbebranche ein kleiner Fehler unterlaufen ist, und die Klammer stattdessen um das [un] stehen sollte - was allerdings an der Weißbrotartigkeit der Bedeutung leider nur sehr wenig ändern würde. Langer Rede kurzer Sinn, der HC-Män sollte seine Werbestrategie vielleicht nochmal überdenken. Er will doch seine Zielgrupe intellektuell nicht vollkommen überfordern, was sie zweifellos wäre, wenn diese in der Lage wäre, die Plakate zu lesen. Hmm - vielleicht doch nicht ganz ungeschickt: Er will uns wohl damit so vollends verwirren, dass wir uns als schrecklich dämlich wähnen und es darum in Erwägung zögen, seine Partei zu wählen! Sehr gefinkelt, HC-Män, seeeehr gefinkelt, aber nicht mit mir! Ich verfluche dich und gründe hiermit den VBÜVPW, den Verein zur Bekämpfung von Übermäßig Verwirrender ParteiWerbung, der es isch zum Ziel gesetzt hat, diesen und ähnlich Stumpfsinn auf ein Minimum zu reduzieren und die Parteien zu zwingen, einfach nur ihren Namen auf die Plakate zu drucken. Ein Sekundärziel meinerseits, dass allerdings nicht von allen Mitgliedern des Vereinsvorstandes mitgetragen wird, ist es, des HC-Mäns Pool mit Candirus zu bevölkern (bei Interesse bitte Wikipedia befragen).

Samstag, 21. April 2007

Flamme, alles was ich fasse. Asche, alles was ich lasse. Feuer bin ich, sicherlich.

Okay, Notiz an mich selbst: Freunden einen Gefallen tun und sie bei der Arbeit besuchen: schlecht. Obwohl, eigentlich eine Erfahrung die ich nicht missen möchte. Dieser seltsame steirische Herbst (mit leichter jahreszeitlicher Verwirrung) hat schon was: Ein latenter Alkoholismus in der Luft, der dem des Christkindlmarktes um nichts nachsteht - nur dass es anstatt des Punsches Bier gibt (steirisches, natürlich). Und die kandierten Früchte, Nüsse, Zigarrettenstummel und ähnliches gibt es leider auch nicht aber dafür allerlei Erzeunisse uas den beiden wichtigsten (und augenscheinlich einzigen) Erzeugnissen der Steiermark: Äpfel und Kürbiskernöl. Verdammter Kürbiskernleberkäse mit frittierten Apfelspalten - oder Apfelpüree mit Kürbiskernbrot - und natürlich Brezeln. Alles schon widerlich genug, aber die Stimmung dort: Ich habe jetzt eine ungefähre Vorstellung, wie es wäre, wenn die Nazis den Krieg gewonnen hätten. Strahlende arische alte Fauen mit ihren ebenso arischen, aber weniger strahlenden Männer, in Lederhosen und Dirndln gekleidet - kleine schrecklich laute Kinder die vor einer Bühne sich in Heu wälzen - Blasmusikkapellen die die akustische Kulisse dieses Schauspiels von erstaunlich-schrecklicher Schönheit bilden. Keifende alte Frauen, notgeile alte Männer, alles da. Die ganzen verdammten Straßenbahnen von und zu diesem...Happening gefüllt mit alten athritisch-gastritischen alten Menschen, die Straßen gefüll mit Hüte-tragenden alten Männern die davon überzeugt sind, dass sie noch Auto fahren können. Würde mich kaum wundern, wenn die Umfallstatistik zu dieser Zeit des Jahres völlig unerklärliche Spitze aufzeigen würde. Das war das gottverdammte sechste Reich.

Donnerstag, 19. April 2007

Mmmmh...Pandablut

Ich habe einen Traum: Ein eigenes Restaurant, und es soll das gottverdammt nochmal das widerlich dekadenteste Lokal Europas werden. Ich will ein eigenes Hochhaus dafür errichten, es in den obersten beiden Stockwerken unterbringen - und die restlichen Stockwerke bleiben unbewohnt, allerdings soll in jedes Stockwerk, vom gläsernen Fahrstuhl gut sichtbar, ein sündhaft teures Gemälde oder ein Stück Outsider-Kunst, also zum beispiel ein Haufen Müll, darüber ein Schild auf dem steht: "Revolution" - oder ähnliches sich befinden. Der Fahrstuhl soll riesige Ausmaße haben und in quälender Langsamkeit nach oben gleiten, während aus den Lautsprecherboxen Riot-Grrl-Musik dröhnt und die Fahrgäste durch winzige Zerstäuber, die an der Decke eingebaut sind, mit gülden gefärbten getrockneten Nerz-Innereien bestäubt werden. Das Restaurant selbst soll sehr schlicht gehalten sein, so schlicht, dass es kaum Möbel gibt: Die Gäste müssen ihr Essen im Stehen, an gewellte und mit Massage-Geräten ausgestattete Wände gelehnt einnehmen. Wodurch sich natürlich das ewige Problem ergibt: Wie soll man im Stehen essen, während man den Teller in der einen, ein Glas Wein in der anderen Hand trägt? Meine Lösung für dieses Problem, dass die Menschheit wohl schon plagt, seit sie sich aufgerichtet hat, ist die Folgende: Spezielle, eigens dafür ausgebildete Wein-Kellner nehmen den zum Essen passenden vergorenen Traubensaft in den Mund und spucken den Gästen diesen dann in hohem Bogen, auf Wunsch auch küssend, in die offenen Mäuler. Die Wände und den, dank meines Konzeptes höchst überflüssigen, da leerstehenden Boden, sollen widerlich-pornographische Kollagen zieren. Ich stelle mir da etwas vor wie eine Frau mit weit gespreitzten Beinen, das Geschlechtsteil herausgeschnitten und stattdessen das Bild einer Schlange mit einem Apfel im Mund eingesetzt. Ich hoffe sie haben eine ungefähre Vorstellung davon, wie ich mir das vorstelle - die genaue Ausarbeitung überlasse ich natürlich den eigens dafür angstellten Künstlern.
Doch wir sollten natürlich nicht das wichtigste vergessen: Das Essen. Es wird nur Gerichte geben, die von vom Aussterben bedrohten Tieren stammen. DIe Speisekarte selbst wird aus gegerbten Elefanten-Pergament bestehen, geschrieben mit dem Blut eines Kommodo-Warans. Die Highlights werden die große Delfin- und Walplatte an Pandagedärm-Spiegel sowie das Babyrobben-Schnitzel darstellen - die Gerichte sind noch nicht ausgereift, dies sollte aber kaum ein Problem darstellen. Natürlich gibt es auch eine Auswahl an vegetarischen Gerichten - da Vegetariern aber sowieso relativ egal ist, was sie essen (solange es nicht vom Tier stammt) setze ich denen einfach in Bier geschwenktes Heu oder ähnliches vor und behaupte es wäre Nina Hagens und Iggy Pops Lieblingsgericht. Ich bin davon überzeugt, dass das quasi ein Erfolg werden muss. Ich gehe schon einmal mein Elfenbein-Messer mit Koalaknochen-Griff wetzen.

..whatever

Just because you're paranoid, don't mean they're not after you

Neo-Gonzo'esque Seltsamkeiten und andere Absurditäten

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